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Eine Treppe (süddt. und österr. Stiege, regional auch Steige oder Tritt) ist ein aus Stufen gebildeter Aufgang bzw. Abgang, der unterschiedlich hohe Ebenen in oder an Bauwerken, im Gelände oder in Verkehrsmitteln miteinander verbindet. Sie ist ein Bauteil aus mindestens drei aufeinander folgenden Stufen und kann durch Aneinanderreihen von Treppenläufen und Treppenpodesten gebildet werden. Eine Treppe muss sicher und bequem begehbar sein.

Andere Bezeichnungen von Treppen sind im alemannischen Sprachraum Staffel, in der Seefahrt spricht man in diesem Zusammenhang auch von Niedergang. Die Wissenschaft, welche sich mit der Erforschung der Treppen befasst, heißt Scalalogie (lat. scala: Treppe, Stufe).

Einführung Bearbeiten

Die Idee, durch Stufen Höhenunterschiede leichter zugänglich zu machen, setzt anscheinend keine besondere Schöpfungshöhe voraus und kann so auch bei Primaten beobachtet werden. Daher können an fast allen längerfristigen Siedlungsplätzen mit unterschiedlichen Höhenlagen Treppen nachgewiesen werden. Funde von Baumstämmen mit stufenartigen Einkerbungen aus dem Neolithikum lassen auf eine Verwendung als Treppe schließen.

Der früheste gestalterische Einsatz in Verbindung mit Treppen ist in Göbekli Tepe 10.000 Jahre v. Chr. nachweisbar und findet einen ersten belegten Höhepunkt in der Anlage von Zikkurats in Mesopotamien 6.000 Jahre v. Chr. Neben der reinen Erschließungsfunktion hat die Treppe hier jene Symbolkraft (Übergang von einer Ebene zur anderen; Aufstieg; Zugang zum Transzendenten; Verbindung zwischen Himmel und Erde; Prozessionsweg), die fortan bei fast allen sakralen oder repräsentativen Bauten zum Tragen kommt.

Seit diesem Zeitpunkt gehören Treppen und Treppenanlagen zum festen Bestandteil der Formensprache aller weltweiten Architekturen.

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Hauptsächlich unter funktionellen Gesichtspunkten entstanden dagegen die imposanten, treppenförmig angelegten Sitzreihen der griechischen Theaterbauten wie zum Beispiel in Delphi, Ephesus, Epidauros und Athen. Die Doppelfunktion des Auf- und Abwegens und des Sitzens findet sich noch bei Stadien.

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In der Architektur bildet die Treppe oft das aussagekräftigste Merkmal eines Gebäudes und ist häufig Kern der Gestaltung von Räumen. Nahezu jede Treppe weist einen oder zwei Handläufe und/oder (verzierte) Geländer auf. Manche Treppen sind mit Teppichen belegt. Die Treppe ist somit nicht nur mit einer Funktion als Bauteil eines Hauses besetzt, sondern sie ist zugleich auch oft Statussymbol des Haus- oder Schlossherrn - beziehungsweise des Besitzers. Breite Treppen heben auch bei öffentlichen Gebäuden wie unter anderem Theatern, Opernhäusern, Rathäusern usw. zusätzlich ihre Bedeutung hervor. Dabei lassen sich auch bautechnische Kuriositäten finden. Zum Beispiel im Schloss Hartenfels in Torgau ist die außen angebrachte Wendeltreppe, der sogenannte Wendelstein (Treppe), der einzige Zugang zu dem nächsten Geschoss für die gesamte Schlossanlage. Ähnlich exponiert jener ist der Wendelstein auf der Albrechtsburg in Meissen. Dort ist er allerdings nicht der einzige Zugang zu den oberen Geschossen.

Häufig wird die Treppe auch in der Kunst thematisiert, beispielsweise in den Werken von M. C. Escher und Piranesi. Auch in der Literatur schlägt sich das nieder. Beispielsweise beschreibt der ehemalige schwedische Modearzt Axel Munthe in seiner Autobiographie: Das Buch von San Michele seinen Wohnort Anacapri auf der Insel Capri, wo seine Villa San Michele wie der oben gelegene Ortsteil Anacapri erreicht man zu seiner Zeit von Marina Grande aus über die links neben der Kirche von San Costanzo beginnende Treppe Scala Fenicia mit ihren über 500 Stufen. Die dort befindliche Serpentinenstraße gab es zu seiner Zeit nicht, so dass diese Treppe die einzige Verbindung von dem unten gelegenen Capri zu dem obengelegenen Anacapri war.

In Österreich wird die Bezeichnung Treppe nur für einen schmalen Holzaufstieg oder auch für eine Wendeltreppe verwendet. Im Allgemeinen wird der Ausdruck Stiege verwendet.

Unterscheidung der Treppe Bearbeiten

Die Treppen werden nach Bauweise und Konstruktion, nach dem Treppengrundriss, nach ihrer Lage und Zweck, nach ihrer Form und nach dem verwendeten Material unterschieden.

Bauweise und KonstruktionBearbeiten

Datei:Jagdschloss Granitz Wendeltreppe.jpg
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  • Bei einer aufgesattelten Treppe liegen die Trittstufen auf einem, zwei oder mehr Tragholmen, die sägezahnförmig ausgeschnitten sind. Durch das Sägezahnähnliche Aussehen der Holme wird diese Konstruktion auch Sägezahntreppe genannt.
  • Balkentreppen sind Treppen, bei denen die Trittstufen auf einem Balken aufliegen, der auch Holm genannt wird. Sie werden meist als Einholmtreppe oder Zweiholmtreppe ausgeführt. Bei großen Eingangstreppenanlagen kommen auch mehr als zwei Tragbalken zum Einsatz.
  • Eine Belagtreppe ist eine Rohtreppe, meist eine Stahlbetontreppe, auf die ein geeigneter Belag als Nutzschicht aufgebracht wird.
  • Eine Treppenform, die wegen ihrer schwierigen Ausführung aus statischer Sicht und auch aus ergonomischer Sicht nur noch im Denkmalbereich zu finden ist, ist die Berliner Treppe. Diese Treppe beginnt frei im Raum stehend und schwingt dann in einer viertel Wendelung in eine Treppennische, in der sie mit einer weiteren halben Wendelung zum Obergeschoss fortgeführt wird.
  • Eine Blocktreppe ist eine aufgesattelte Treppe, bei der die Stufen nicht aus Brettern, sondern aus flach liegenden Balken aus Holz, Naturstein, Betonwerkstein oder aus Stahlbeton bestehen.
  • Bei einer Bolzentreppe oder genauer Tragbolzentreppe, sind die Treppenstufen untereinander mit Tragbolzen biegesteif verbunden. Ihre Ausführung ist einer eigenen DIN (DIN 18096) geregelt da sie sich von ihrer Konstruktionsart wesentlich von anderen Treppen unterscheiden und daher besondere Statische Regelungen erfordern. Als Materialien kommen überwiegend hochwertige Stähle und Stahlbeton oder bewehrte Natursteinplatten zum Einsatz. Bei Versagen auch nur einer Tragbolzenverbindung würde die gesamte Konstruktion zusammenbrechen daher werden meist geprüfte Bolzenverbindungssystem verwendet. Oft werden auch eingespannte Treppenstufen an ihrem freien Ende mit Tragbolzen verbunden um ein Schwingen der freien Treppenenden zu verhindern. Bei diesen Konstruktionen wäre ein Versagen der Bolzen unproblematisch, da die Last über die Einspannung der Stufen in der Wand abgetragen wird.
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  • Eine doppelläufige Wendeltreppe, auch Doppelspiralenförmige Treppe genannt, ist eine zweiarmige Wendeltreppe, bei der die Antritte und Austritte der Treppenarme um 180° versetzt beginnen und enden. Die Treppenläufe sind teilweise übereinander angeordnet. Dadurch verleitet sie den Besucher zum Versteckspiel. Die bekannteste doppelläufige Wendeltreppe befindet sich im Loireschloss Chambord. Die Erfindung dieser Treppenform wird Leonardo da Vinci zugeschrieben. Ein Beispiel aus neuerer Zeit ist die Treppe zur Aussichtsplattform des Killesbergturmes in Stuttgart.
  • Als Einbaumleiter sind der schräg gestellte Baumstamm und der eingekerbte Baumstamm bekannt.
  • Der eingekerbte Baumstamm, auch Steigebaum genannt, wurde erfunden nachdem der schräg gestellte Baumstamm sich bewährt hatte. Als es geeignetes Werkzeug gab, wurden die Baumstämme selbst gefällt und um einen besseren Halt zu finden mit Kerben versehen. Solche Einbaumleitern waren auf der ganzen Welt zu finden, z. B. auf den Admiralitätsinseln im Stillen Ozean, in Höhlenwohnungen in Nordchina oder in Häusern in Çatal Hüyük in der Türkei. Damit war die erste Holztreppe erfunden. Aus dieser einfachen Konstruktion entwickelte sich schließlich die Einholm-Sägezahntreppe mit aufgesattelten Stufen.
  • Die eingeschobene Treppe ist eine Holztreppenkonsttruktion, bei der die Stufen in eine Nut in die Wange eingeschoben werden. Die Nut ist nicht durchgehend, so dass die Stufen nicht durchgeschoben werden können. Damit die Stufen nicht aus der Nut herausgezogen werden können werden Sie von unten mit einer Schraube gesichert. Gegen das seitliche herausziehen werden die Wangen mit durchgehenden Treppenschrauben oder mit kurzen Treppenschrauben zusammengespannt. Alternativ kann die Nut auch als Schwalbenschwanznut ausgebildet sein. Anstelle von Setzstufen werden Bretter in eine durchgehende Nut in den Wangen eingesetzt, die dann eine weitgehend glatte Untersicht ergeben. Diese Holztreppenkonstruktion wird überwiegend für untergeordnete Treppen wie Kellertreppen oder Dachbodentreppen verwendet.
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  • Bei eingespannten Treppenstufen sind die Stufen nur einseitig in die Treppenwand eingespannt. Die Treppenstufen sind meist Granitsteinblockstufen oder Stahlbetonblockstufen. Die Blockstufe selbst ist ein Kragarm.
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  • Die eingestemmte Treppe ist eine der häufigsten Holztreppenkonstruktionen. Hierbei werden die Treppenstufen und die Setzstufen in eine gestemmte, heute meistens gefräste, Nut in der Treppenwange eingesetzt. Die Wangen werden mit durchgehenden Treppenschrauben oder mit kurzen Treppenschrauben zusammengespannt.
  • Einholmtreppen sind Treppen mit nur einem tragenden Balken aus Holz oder Stahl, auf dem die Stufen aufgesattelt sind. Die Trittstufen müssen kippsicher auf dem Holm befestigt sein, was durch Verstrebungen erreicht werden kann. Der Holm muss neben der Biegebelastung auch eine Drehbelastung aufnehmen können. Die Tragholme bestehen aus Vollholz oder besser aus Brettschichtholz, Tragholme aus Stahl werden wegen ihrer geringeren erforderlichen Querschnitte jedoch bevorzugt. Da der Holm meist in der Mitte der Treppe angeordnet ist wird diese Konstruktion auch Mittelholmtreppe genannt.
  • Einschubtreppen werden als Treppe zum Dachboden verwendet. Die Treppe befindet sich auf einem Lukendeckel und kann so weit auf dem Deckel verschoben werden, dass sich der Deckel mitsamt der Treppe schließen lässt. Diese Treppen werden überwiegend aus Holz, aber auch aus Aluminium und Stahl gefertigt und heißen im Sprachgebrauch auch Ruck Zuck-Treppen.
  • Treppen zu Fahrradkellern werden als Treppe mit Fahrradrampe ausgeführt. Auch viele öffentliche Treppen werden oft mit solchen Fahrradrampen ausgeführt. Die Fahrradrampe soll das Schieben des Fahrrades auf der Treppe erleichtern. Meistens ist die Fahrradrampe nur einseitig angebracht.
  • Tragbare Klapptreppen aus Holz werden seit mehreren hundert Jahren in Bibliotheken, Kirchen, militaerischen und zivilen Magazinen verwendet. Klapptreppen aus Leichtstahl, aus Aluminium oder aus elektrisch isolierendem und hygienisch sauberem Material finden seit den achtziger Jahren des 19 Jhdts. immer mehr Eingang in nahezu allem Lebens- und Wirtschaftsbereichen.
  • Falttreppen werden als Treppe zum Dachboden verwendet. Die Treppe befindet sich auf einem Lukendeckel und kann so zusammengefaltet werden, dass sich der Deckel mitsamt der Treppe schließen lässt. Diese Treppen werden überwiegend aus Holz, aber auch aus Aluminium und Stahl gefertigt.
  • Faltwerktreppen werden aus einem treppenlaufbreiten Blechstreifen durch ständiges hin und her Falten hergestellt wird. Als Material wird überwiegend Riffelblech verwendet. Faltwerktreppen aus Holz sind nicht gefaltet, sie werden aus verschiedenen Holzwerkstoffplatten durch Verleimung der Kanten hergestellt. Zusätzlich zur Verleimung werden verschiedenste Holzverbindungen eingesetzt, um eine ausreichend biegesteife Ecke zu erhalten.
  • Fertigteiltreppen sind aus industriell vorgefertigten Bauteilen hergestellte Treppen, deren Teile zu einer individuellen Treppe zusammengebaut werden können.
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  • Unter Freitragende Treppen werden sowohl Treppen mit eingespannten Treppenstufen als auch Treppen in Tragbolzenkonstruktion und Mischkonstruktionen daraus verstanden. Auch Treppen bei zweiläufigen U-Treppen, bei denen das Zwischenpodest keinerlei Auflager hat werden als freitragende Treppen bezeichnet.
  • Eine gemauerte Treppe hat immer eine Wand an den Seiten. Auf die Wände wird ein Gewölbe in Treppenneigung gemauert, auf welches die Stufen gemauert werden.
  • gusseiserne Treppe waren zu Beginn der industriellen Fertigung ein sehr beliebtes Produkt. Heute findet man gusseiserne Treppen überwiegend als dekorative Spindeltreppen wieder.
  • Bei einer Harfentreppe werden die Stufen an Seilen oder Stäben aus Edelstahl oder anderen geeigneten Materialien befestigt. Die Seile bzw. Stäbe sind am Boden und an der Decke befestigt. Es gibt auch Harfentreppen, bei denen die Seile oder Stäbe nur an der Decke befestigt sind, und solche, bei denen die Seile oder Stäbe an einem statisch tragenden Handlauf befestigt sind. Das harfenähnliche Aussehen dieser Konstruktion gibt ihr den Namen.
  • Datei:Neuer Wildenstein - Himmelsleiter.jpg
    Sind in einem Gebäude die Treppenläufe zu den Geschossen ohne Richtungsänderung hintereinander angeordnet, so spricht man von einer Himmelstreppe. Diese heutzutage eher seltene Art der Anordnung von Treppenläufen hat einen sinnvollen Hintergrund. Ein derartiges Treppenhaus ließ sich nämlich durch die Eingangstür und ein Fenster am obersten Ende der Treppe belichten, durch welches der Himmel zu sehen war. Auch bei Treppenanlagen im Freien kommt diese Anordnung vor wobei dann auch der Begriff Himmelsleiter Verwendung findet.
  • Eine Holztreppe besteht als einfache Konstruktion aus einem schräg gestellten Holzstamm, in den die Stufen mit einem Beil hineingehauen wurden. Bei noch einfacherer Konstruktion wird ein Holzstamm mit vielen Aststummeln schräg gestellt. Die Aststummel dienen dabei als Stufen. Zwischen diesen einfachen Konstruktionen und modernen Holztreppen, die mit hochwertigen Leim- und Schraubverbindungen aus Vollholz oder mit modernen Holzwerkstoffen hergestellt werden, gibt es unzählige Variationen.
  • Treppe mit Kinderwagenrampe werden überall dort eingesetzt wo keine normale Rampe neben der Treppe möglich ist. Die Rampe aus zwei geneigten Flächen links und rechts einer schmalen Treppe ermöglicht es, einen Kinderwagen zu schieben und gleichzeitig auf der Treppe nach Oben oder Unten zu gehen. Sie ist üblich bei Treppen im öffentlichen Bereich.
Datei:Holztreppe.jpg
  • Bei einer Kragstufentreppe sind die Stufen einseitig an der Treppenhauswand befestigt und kragen von dort aus, so nennt man diese Treppe eine Kragstufentreppe. Siehe auch eingespannte Treppenstufen.
  • Bei der Laufplattentreppe handelt es sich um eine schräge Platte, auf der die Trittstufen direkt aufgebracht sind. Meist sind dies Stahlbetonmassivtreppen oder Stahlbetonfertigteiltreppen. Diese Treppen können unmittelbar nach dem Einbau genutzt werden.
  • Die Leitertreppe ist eine sehr steile Treppe, bei der die Stufen sehr schmal sind, ohne Sprosse zu sein. Derart steile Treppen werden oft als untergeordnete Treppen im Industriebau und Maschinenbau eingesetzt oder auf Schiffen, wo sie dann Niedergang heißen.
  • Unter einer Massivtreppe wird im allgemeinen Sprachgebrauch eine Stahlbetontreppe verstanden. Diese kann eine Oberfläche aus allen als Bodenbelag geeigneten Stoffen haben. Die Massivtreppe kann ein vor Ort gegossenes Bauteil wie auch ein an den Einbauort geliefertes Fertigbauteil sein. Auch Kombinationen aus Fertigteil und Ortbeton sind möglich.
  • Eine Sonderform der Wendeltreppe mit offenem Treppenauge ist die Münchner Treppe. Dabei ist das Treppenauge nicht zylinderförmig sondern ein auf der Spitzen seite stehender Kegelstumpf.
  • Ein Niedergang ist eine steile Treppe auf Schiffen. Siehe auch Leitertreppe.
Datei:Sambatreppe-Stufen.JPG
  • Bei der Raumspartreppe oder kurz Spartreppe handelt es sich um eine platzsparend konstruierte Steiltreppe, bei der die nutzbare Stufenbreite von 80 cm allerdings nicht unterschritten werden darf. Es handelt sich um eine extrem steile Treppe, bei der der Auftritt im Wechsel normale Tiefe und verkürzte oder gar keine Tiefe hat. Dadurch hat abwechselnd der linke und der rechte Fuß einen normaltiefen Auftritt. Diese Treppe muss immer in der gleichen Schrittfolge begangen werden. Neben den geraden Raumspartreppen gibt es auch gekrümmte und viertelgewendelte Raumspartreppen. Da Raumspartreppen ohnehin ein erhöhtes Unfallrisiko haben, sollten diese noch schwieriger zu begehenden Formen jedoch der Ausnahmefall bleiben. Sperrige Güter können über diese Treppenart nicht transportiert werden. Zu dauernd genutzten Aufenthaltsräumen und als alleiniger Zugang zu einer Wohnung sind diese Treppen nicht zugelassen. Andere Bezeichnungen für diese Treppe sind Sambatreppe oder auch Watscheltreppe.
Datei:Treppe Leipziger.png

Die Bezeichnung Leipziger Treppe wird verwendet, wenn die Stufen Dreieckig sind, wobei sich die Spitze einmal links und einmal rechts befindet. Die Wiener Treppe ist eine Raumspartreppe, bei der rechteckige Stufen versetzt angeordnet sind. Eigentlich zählt auch die Spindeltreppe zur Raumspartreppe.

  • Schachttreppen sind zweiläufige U-Treppen mit Halbpodest und Hauptpodest, bei denen anstelle eines Treppenauges eine Treppenhauswand zu finden ist. Die Treppenläufe können beidseitig in der Wand aufgelagert sein. Dies ist die früher verbreitete Konstruktionsform dieser Treppen. Aus Gründen des Trittschallschutzes werden heute jedoch folgende Konstruktionsarten bevorzugt: Die Treppenläufe können beidseitig von den Treppenhauswänden durch eine Fuge getrennt und nur auf den Podesten aufgelagert sein. Sie können auch einschließlich der Podeste in die Wand zwischen den Treppenläufen eingespannt sein und komplett durch eine Fuge von den Umfassungswänden getrennt sein.
  • Scherentreppen werden als Treppe zum Dachboden verwendet. Die Treppe befindet sich auf einem Lukendeckel und kann wie eine Schere so weit auf dem Deckel zusammengeschoben werden, dass sich der Deckel mitsamt der Treppe schließen lässt. Diese Treppen werden überwiegend aus Aluminium und Stahl gefertigt.
  • Der schräg gestellter Baumstamm ist eine von der Natur übernommene Möglichkeit Höhen zu überwinden. Zuerst war es wohl nur der umgekippte Baumstamm, auf dem die ersten Menschen nach oben kletterten. Hierbei krochen sie den glatten Stamm hinauf oder nutzten die Äste wie die Sprossen einer Leiter. Als die ersten Menschen das Prinzip erkannten, wurden auch schon die ersten umgefallenen Baumstämme dorthin gebracht, wo sie zur Überwindung von Höhenunterschieden gebraucht wurden. Die ersten künstlichen Verkehrswege zur Höhenüberwindung waren erfunden. Leider wurde die rauhe aber weiche Rinde durch häufiges Begehen schnell abgenutzt und das darunterliegende Holz sehr glatt. Daher musste am Baumstamm weiterentwickelt werden, und es entstanden die Leiter sowie der eingekerbte Baumstamm.
Datei:Cordonata 1.jpg
  • Bei der Stahltreppe sind die tragenden Teile wie Treppenwangen oder Treppenholme aus Profilstahl oder aus Stahlrohr gefertigt. Die Stufen sind entweder aus Gitterrosten oder aus Riffelblechen gefertigt. Die Geländer und Handläufe sind ebenfalls aus Stahlprofilen und Stahlrohren gefertigt. Am häufigsten findet man Stahltreppen im Industrie- und Gewerbebau. Auch als Not- oder Feuertreppen werden sie oft eingesetzt. Aufgrund der äußerst flexiblen Gestaltungsmöglichkeit bei gleichzeitig guten statischen Möglichkeiten wird die Stahltreppe auch gern für diffizile repräsentative Treppengrundrisse eingesetzt.
  • Als Tragwerkstreppe werden Konstruktionen bezeichnet, bei denen die Treppenholme als Fachwerkgitterträger ausgeführt sind.
  • Eine Treppenrampe ist eine Mischkonstruktion aus Treppe und Rampe. Die Stufen haben eine meist mehrere Schrittlängen grosse Breite und sind stark geneigt. Es ermöglicht einen bequemen Anstieg bei einer größeren Höhendifferenz ohne Zwischenpodeste anordnen zu müssen. Diese Treppenkonstruktion wird nahezu ausschließlich bei Treppen im Freien verwendet.
  • Zu den Wendeltreppen zählen sowohl die Bogentreppen als auch die Spindeltreppen. Wenn keine massive Spindel vorhanden ist sondern eine Hohlspindel, dann wird diese Trepppe auch Hohltreppe genannt.
  • Die Zweiholmtreppe ist eine Treppe mit zwei tragenden Balken, meist aus Holz, Stahl oder bewehrtem Betonwerkstein, auf denen die Stufen aufgesattelt sind.


TreppengrundrissBearbeiten

Datei:NeuesMuseumNbg Treppenhaus.jpg
  • a) einläufige gerade Treppe
  • b) einläufige gerade Treppe mit viertelgewendeltem Austritt
  • c) einläufige gerade Treppe mit Viertelpodest am Austritt
  • d) einläufige gerade Treppe mit viertelgewendeltem Antritt
  • e) einläufige gerade Treppe mit Viertelpodest am Antritt
  • f) einläufige gerade Treppe mit viertelgewendeltem Antritt und Austritt
  • g) einläufige gerade Treppe mit zwei Viertelpodesten
  • h) einläufige halbgewendelte Treppe
  • i) einläufige viertelgewendelte Treppe
  • j) zweiläufige gerade Treppe mit Zwischenpodest
  • k) zweiläufige gewendelte U-Treppe mit verzogenen Stufen an keilförmiger Zwischenpodeststufe
  • l) zweiläufige U-Treppe mit Halbpodest
  • m) zweiläufige Winkeltreppe mit Viertelpodest
  • n) dreiläufige U-Treppe S-Form mit zwei Viertelpodesten
  • o und p) dreiläufige T-Treppe mit Viertelpodest
  • q) dreiläufige U-Treppe mit zwei Viertelpodesten
  • r und s) dreiläufige E-Treppe mit Halbpodest
  • t) einläufige Kreisbogentreppe
  • u) einläufige Wendeltreppe mit Massivspindel
  • v) einläufige Wendeltreppe mit Treppenauge bzw. Hohlspindel
  • w) zweiläufige doppelte Wendeltreppe
  • x) mehrläufige repräsentative Treppe mit mehreren Zwischenpodesten
  • y) Y-Treppe einläufig beginnend und zweiläufig endend
  • z) Y-Treppe zweiläufig beginnend und einläufig endend
  • α) einläufige S-förmige gerade Treppe mit zwei Viertelwendelungen
  • β) Berliner Treppe
  • λ) einläufige S-förmige Treppe
  • δ) Pyramidentreppe positiv
  • ε) Pyramidentreppe negativ
  • φ) Pyramidentreppe auf 8eck-Grundriss positiv
  • γ) Pyramidentreppe auf 8eck-Grundriss negativ
  • η) Kegeltreppe positiv
  • ι) Kegeltreppe negativ

Treppe einläufig Treppe zweiläufig Treppe dreiläufig

Treppe gewendelt und mehräufig repräsentativ Treppe in Y und S Form, Berliner Treppe Pyramiden und Kegeltreppen

Lage und ZweckBearbeiten

  • Als Ausgleichtreppe bezeichnet man die Treppen, welche zum Ausgleich von Höhenunterschieden innerhalb eines Geschosses benötigt werden.
  • Außentreppe sind alle Treppen außerhalb von Gebäuden. Da sie der Witterung ausgesetzt sind, ist besonders bei den Materialien auf Witterungsbeständigkeit zu achten. Des Weiteren ist zu beachten, dass die Treppenstufen zur Stufenkante hin geneigt sein sollten, damit Regenwasser schnell abfließen kann und Pfützen- und Eisbildung vermieden wird. Wegen der besonderen Rutschgefahr bei Regen müssen die Stufenkanten und Auftritte besonders rutschfest sein oder ausgestattet werden. Die Steigung von Außentreppen ist im allgemeinen niedriger als bei Innentreppen. Gebräuchliche Steigungsverhältnisse sind (16/31), (15/33), (14/35) und (12/39).
Datei:Omigawa Station May 2005.jpg
  • Da das Überqueren der Gleise im Bahnhof nicht mehr üblich ist, werden zum Überqueren derselben Brücken oder Tunnel eingesetzt, zu denen die Bahnsteigtreppen führen. Um den Transport von Koffern zu erleichtern, sind viele dieser Bahnsteigtreppen mit Kofferförderbändern ausgestattet.
Datei:Treppenhaus 01.jpg
  • Bei einer Bautreppe handelt es sich um eine provisorische Treppe bzw. um eine Treppe im Rohbauzustand mit provisorischem Geländer während der Rohbauarbeiten.
  • Dachbodentreppen oder kurz Bodentreppen sind Treppen, die zu Räumen im Dach führen, welche keine Aufenthalts- oder Arbeitsräume sind, heißen Dachbodentreppe. Als nicht notwendige Treppe werden hier untergeordnete einfache Treppenkonstruktionen verwendet. Meist werden zusammenklappbare Falttreppen, zusammenschiebbare Scherentreppen oder einschiebbare Treppen verwendet. Es kommen auch komfortablere Treppen wie Spindeltreppen, Raumspartreppen und, meist sehr steile, ein- und mehrläufige Treppen zum Einsatz.
Datei:Dachtreppe Fanggerüst.JPG
  • Dachtreppen sind Treppen, deren Stufen sich über der Dachhaut, also im Freien befinden. Die sind meistens aus Stahlgitterroststufen gefertigt und dienen außer als Kaminkehrertreppen auch als Zugang zu Antennenanlagen oder als Reinigungs- und Kontrollgang. Auch als zweiter Fluchtweg können Dachtreppen zum Einsatz kommen.
  • Eine Differenztreppe ist eine Treppe mit nur wenigen Stufen, die geringe Höhendifferenzen miteinander verbindet.
Datei:Rodgau Wasserturm 04.JPG
  • Die Eingangstreppe führt direkt zum Eingang. Sie kann sowohl eine Freitreppe wie auch eine überdachte Treppe sein. Je nach Gebäudetyp kann es sich dabei um sehr einfache Treppen als auch um reich verzierte aufwändige Repräsentationstreppen handeln. Wenn die Platzverhältnisse sehr beengt sind, kann die Eingangstreppe auch in das Gebäude eingezogen sein.
  • Treppen gelten als feuerbeständige Treppen, wenn sie aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen und ihre Tragfähigkeit unter Brand- und Löschwassereinwirkung nicht verlieren. Sie müssen den Durchgang von Feuer während einer Prüfzeit von 90 Minuten (F90) bzw. 120 Minuten (F120) verhindern. Feuerbeständige Treppen sind in Gebäuden mit mehr als fünf Vollgeschossen und in Hochhäusern vorgeschrieben. Treppenstufen aus Naturstein sind nicht feuerbeständig, da sie unter Einwirkung von Feuer und Löschwasser so hohen Spannungen ausgesetzt sein können, dass sie zerspringen.
  • Treppen gelten als feuerhemmende Treppen, wenn sie bei einem Brand für die Dauer von 30 Minuten (F30) bzw. 60 Minuten (F60) den Durchgang des Feuers verhindern und dabei die Standfestigkeit und Tragfähigkeit nicht verlieren. Ohne Prüfung sind folgende Treppen feuerhemmend: Sandsteintreppen, Mauerwerkstreppen, Betontreppen, Stahlbetontreppen mit mehr als 10 cm Querschnitt und Eichenholztreppen. Feuerhemmende Treppen sind in Gebäuden mit bis zu zwei Vollgeschossen zulässig. Wenn die tragenden Teile nicht brennbar sind, können sie auch in Gebäuden mit drei bis fünf Vollgeschossen verwendet werden.
Datei:Unite d'Habitation (Rightee 3).jpg
  • Eine Feuertreppe ist eine Treppe, die nur im Brandfall benutzt werden darf und nicht für die normale Erschließung eines Gebäudes zur Verfügung steht. Meistens handelt es sich dabei um außenliegende Stahltreppen. Feuertreppen im Inneren erfordern auch einen entsprechend feuerbeständigen Treppenraum und eventuell feuerbeständige Flure zum Ausgang.
  • Eine Fluchttreppe und auch eine Feuertreppe ist eine Treppe, die als Fluchtweg dient um einem plötzlich auftauchenden gefährlichen Ereignis zu entkommen.
Datei:Braunschweig Schloss Richmond Frontansicht.jpg
  • Die Freitreppe befindet sich außerhalb des Gebäudes, aber an das Gebäude angebaut und ist nicht überdeckt. Diese Treppen führen meist zu einem Gebäudezugang. Freitreppen zu Nebeneingängen sind sehr einfach gestaltet, während Freitreppen zum Haupteingang meist sehr aufwändig und repräsentativ gestaltet sind.
Datei:Stairshighlandparkrochester2001.JPG
  • Unter dem Begriff Gartentreppe sind alle Treppen im Garten zusammengefasst. Sie haben meist große Auftrittsbreiten und niedrige Stufenhöhen. Sie dienen zur überwindung von Höhenunterschieden im Garten oder führen auf eine Terrasse oder zum Eingang auf der Gartenseite eines Gebäudes. Außer in Parks und Schlossgärten sind diese Treppen meist in einfacher Konstruktion.
  • Die Geheimtreppe ist eine der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Treppen. Es gibt sie häufig in alten Burgen und Schlössern. Sie dienten entweder der Fluchtmöglichkeit oder waren dafür ausgelegt, unerkannt in Gasträume zu kommen, um dort zu spionieren. Der Zugang zu diesen Treppen erfolgte oft über geheime unsichtbare Türen, sogenannte Tapetentüren.
  • Eine Gerüsttreppe kommt Anstelle von Leitern bei Gerüsten zum Einsatz. Sie sind an das jeweilige Gerüstsystem angepasst. Sie bieten eine höhere Sicherheit als Gerüstleitern und erleichtern den Transport von Werkzeug und Material auf das Gerüst.
  • Eine Geschosstreppe verbindet immer zwei verschiedene Etagen.
  • Die Hintertreppe hat einen Ausgang an der Hinterseite eines Gebäudes. Sie dient meistens als Zugang für Personal und Lieferanten. Ihre Ausführung ist meist sehr einfach. Oft führt die Hintertreppe auch in den Keller.
  • Industrietreppen werden fast ausschließlich in der Industrie verwendet. Sie sind meistens aus Stahl gefertigt. In der Lebensmittelindustrie und in der chemischen Industrie kommen auch Edelstahltreppen zum Einsatz. Diese Treppen sind oft Zugänge zu den Maschinenteilen. Die Stufen dieser Industrietreppen sind entweder aus Riffelblechen, Tränenblechen oder aus Gitterrosten. Da in der Industrie nicht mit der Anwesenheit von Kindern gerechnet werden muss, besteht das Geländer oft nur aus der erforderlichen Fußleiste, der Knieleiste und dem Handlauf.
  • Innentreppen sind alle Treppen, die sich in einem Gebäude befinden.
  • Die Kaminkehrertreppe ist eine Dachtreppe, deren Stufen auf dem Dach befestigt sind. Die Treppen führen von Dachluken zu den Kaminen, um dem Kaminkehrer das Putzen der Kamine von außen zu ermöglichen. Diese sind in der Regel Gitterrosttreppen. Früher gab es auch Holzstufen, welche jedoch wegen der Rutschgefahr im feuchten Zustand nicht mehr zum Einsatz kommen.
Datei:Torun Sw Ducha ambona.jpg
  • Der Zugang zur Kanzel, dem Platz für den Redner, insbesonders in Christlichen Kirchen, erfolgt über die Kanzeltreppe.
  • Eine Kellertreppe ist oft steiler als die Treppen zu den oberen Stockwerken. Sie führt vom Hauseingang oder vom untersten ausgebauten Geschoss zum Keller. Bei älteren Gebäuden ist diese Treppe oft auf tragendem Baugrund ohne tragende Unterkonstruktion aufgebaut und führt oft durch einen sogenannten Kellerhals in einen Gewölbekeller.
  • Die Monumentaltreppe zeichnet sich dadurch aus, dass sie entweder extrem breite Treppenstufen hat oder dass sie enorm viele Treppenstufen besitzt – meist ohne Zwischenpodeste. Beispiele sind: Die Monumentaltreppe "La Scala" in Caltagirone, Sizilien, mit 142 Stufen. Die Monumentaltreppe in Mihintale, Sri Lanka, aus vier Treppenabsätzen bestehend mit insgesamt 1.840 Stufen.
  • Nebentreppe:
  • Zu den Nottreppen zählen die Fluchttreppe und die Feuertreppe.
  • Die notwendige Treppe ist ein Begriff aus der Bauordnung. Demnach muss zu jedem Aufenthaltsraum oder Arbeitsraum mindestens eine notwendige Treppe führen. Aus Sicherheitsgründen können auch mehrere notwendige Treppen erforderlich sein. Dies ist insbesondere der Fall in Gebäuden für Kinder, für alte und gebrechliche Personen und für kranke Personen. Des Weiteren können zusätzliche notwendige Treppen in großflächigen Gebäuden erforderlich sein.
  • Rohbautreppen werden während der Rohbauarbeiten in das vorhandene Treppenloch eingebaut, um bis zur Montage der endgültigen Treppe einen sicher begehbaren Zugang zu den Obergeschossen zu haben. Teilweise werden auch auf die Stahlunterkonstruktion der nicht fertiggestellten endgültigen Treppe rohe Holzbohlen als Stufen aufgeschraubt, so dass eine sicher begehbare Rohbautreppe entsteht.
Datei:Jordantreppe3.JPG
  • Eine Schlosstreppe ist eine äußerst prunkvoll ausgestattete Treppe zu Repräsentationszwecken. Sie kann als Freitreppe am Eingang sein oder auch als Gartentreppe. Häufig ist auch das Haupttreppenhaus äußerst prunkvoll ausgestattet. Beispiel: Treppenhaus von Balthasar Neumann in der Residenz in Würzburg.
  • Die Schwimmbadtreppe in ein Schwimmbecken ist besonders gehsicher auszugestalten, um ein Ausrutschen der Badegäste zu verhindern. Es kommen speziell für diesen Bereich vorgesehene Fliesen und auch Edelstahltreppen mit Riffel- und Lochblechen zum Einsatz.
  • Besonders auffallende Showtreppen werden bei für Bühnen- und Fernsehshows für die Auftritte von Einzelstars und Gruppen gebraucht. Diese Treppen haben oft keine Treppengeländer, um den Blick auf die Stars nicht zu beeinträchtigen. Meist sind dies sehr einfache Treppenunterkonstruktionen mit einem edel aussehenden Finish. Die Showtreppe ist auch unter dem Begriff Startreppe bekannt.
  • Datei:Weinberg Steilhang Siglingen.jpg
    Eine Weinbergstreppe: ist zur Erschließung von Weinbergen erforderlich, da sich diese oftmals an sehr steilen Hängen befinden. Diese Treppen sind im Allgemeinen sehr steil und oftmals zwischen hohen Weinbergsmauern. Im Normalfall handelt es sich dabei um Naturwerksteintreppen.
  • Für Wohnhaustreppen in Wohnhäusern mit bis zu zwei Wohnungen und in Mansardwohnungen sind weniger strenge Auflagen bezüglich des Brandschutzes zu erfüllen, weshalb hier sehr häufig Holztreppen zum Einsatz kommen.


Material der TrittstufenBearbeiten

  • Das bei Acrylglastreppen verwendete Acrylglas ist ein hochtransparenter Kunststoff, welcher die transparenten Eigenschaften von Glas und die Bruchfestigkeit von Kunststoff ideal vereinigt. Der Anteil an Stahlbauteilen wie Schrauben, Stahlstäbe und Stahlseile kann bei Acrylglastreppen auf ein Minimum reduziert werden. Acrylglastreppen werden ausschließlich zu Repräsentationszwecken eingebaut. Auch als Showtreppen sind sie öfters anzutreffen. Diese Treppenart ist auch unter dem Begriff Plexiglastreppe bekannt.
  • Unbewehrte reine Betontreppen werden eigentlich nur im Gartenbereich eingesetzt. Siehe auch Stahlbetontreppe und Betonwerksteintreppe.
  • Die Betonwerksteintreppen sind Fertigteiltreppen, bei denen die Stufen aus industriell vorgefertigten Betonwerkstein Blockstufen bestehen. Seltener werden auch die Wangen oder Holme als Fertigteile hergestellt. Auch Brüstungs- und Geländerteile können aus Betonwerkstein gefertigt sein. Wegen der hohen Witterungsbeständigkeit werden Betonwerksteintreppen oft im Außenbereich eingesetzt.
  • Für exlusiven Wohnstandard werden Edelholztreppen eingesetzt. Die dafür verwendeten Hölzer sind entweder harte einheimische Edelhölzer wie Kirschbaum, oder aber überwiegend ausländische harte Edelholzarten wie z. B. Teak.
  • Die Edelstahltreppe wird sowohl im exklusiven Wohnungsbau und in Empfangshallen und Geschäftsräumen wegen ihrer kühlen Eleganz und ihrer beständigkeit eingesetzt. Sie ist aber auch die Treppe die wegen der Chemikalienbeständigkeit und Bakterienresistenz des Edelstahls in Lebensmittelbetrieben häufig zum einsatz kommt. Dafür werden gekanntete Riffelbleche oder Tränenbleche verwendet, aber auch Gitterroste aus Edelstahl.
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  • Insbesonders in Südlichen Ländern wie Italien, Spanien und Portugal werden Fliesentreppen mit aufwendig gestalteten Fliesen auch im Außenbereich gebaut. In Deutschland kommen derart aufwendig gestaltete Fliesentreppen insbesonders im Außenbereich seltener zur Anwendung, da hier unbedingt auf frostsichere Fliesen und dementsprechende frostsichere Verlegung geachtet werden muss. Auch sollten spezielle Fliesen für Treppen verwendet werden, bei denen die Stufenvorderkante mit in die Fliese integriert ist. Werden statt dessen normale Fliesen verwendet, so kommt es regelmäßig zu Schäden an den hochbeanspruchten Stufenkanten.
Datei:Zeitschneise 20040730.jpg
  • In Industriebetrieben und Gewerbebetrieben sind die Gitterrosttreppen am häufigsten anzutreffen. Die standardisierten, vorgefertigten Stufen können leicht zwischen zwei U-Stahprofilen eingeschraubt werden, wodurch die Herstellungskosten enorm gesenkt werden können.
  • Die Glastreppe, bei der Stufen, Wangen und Geländer aus Glas bestehen, ist äußerst selten anzutreffen. Glas wird bei Treppen meist nur als Baustoff für Treppengeländer oder für die Treppenstufe verwendet. Die eigentliche Treppenkonstruktion ist im Normalfall eine Stahlkonstruktion. Die Stufe ist meist ein Rahmen aus L-Stahl in den die Glasstufen eingelegt sind. Die Technische Universität Hamburg hat eine freitragende Treppe in Stahlglas-Bauweise entwickelt, bei welcher der Anteil von Stahl auf ein Minimum reduziert werden konnte. Glas hat im Gegensatz zu Kunststoffen den Vorteil wesentlich kratzfester zu sein.
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  • Gusseisentreppen waren die ersten aus standarisierten Teilen vorgefertigten Baukastentreppen. Gusseisen war lange Zeit der geeignete Werkstoff, um immer wiederkehrende Bauteile daraus zu fertigen. Die einzelnen Bauteile wie Stufen, Geländer und tragende Teile konnten individuell zusammengestellt werden. Die Einzelteile sind leicht zu transportieren und leicht zusammenzubauen. Wegen des besonders dekorativen Charakters dieser Treppen sind sie auch heute wieder sehr beliebt.
  • Holztreppen können wegen der Brennbarkeit des Holzes nur als nicht notwendige Treppe oder als Treppe im Einfamilienhaus eingesetzt werden. Wegen der gestalterischen Vielfalt ist die Holztreppe im Einfamilienhaus sehr beliebt. Einfachere Treppen sind aus Kiefernholz hergestellt, während bei hochwertigeren Treppen eher härtere Hölzer wie Buche oder Eiche und auch Edelhölzer zum Einsatz kommen. Die eingeschobene Treppe und die gestemmte Treppe sind reine Holztreppenkonstruktionen.
Datei:Meglisalp Aufstieg 5305.jpg
Datei:Steintreppe in Agía Triáda Kreta asb 2004 IMG35.jpg
  • Reine Natursteintreppen werden wohl eher die Ausnahme sein da sie im Gegensatz zu den Naturwerksteintreppen eigentlich aus absolut unbearbeiteten Natursteinen hergestellt werden müssten. Die Naturwerksteintreppen reichen dagegen von den aus bruchrauhen Steinen hergestellten Treppen bis hin zu polierten und mit Bewehrung versehenen freitragenden Stahlbolzentreppen.
Die Kriterien zum Einsatz von Naturstein sind die Festigkeit und damit auch die Bruchfestigkeit, woraus sich Mindestmaterialstärken und maximale Spannweiten ergeben. Außerdem ist die Oberflächenhärte wichtig, da sie entscheidend ist für den Abrieb, und damit für das Einsatzgebiet in wenig oder vielbegangenen Bereichen. Auch die innere Struktur ist wichtig, da sie entscheidend ist für die möglichen Oberflächenbearbeitungen und damit entscheidend für die Rutschfestigkeit.
Da heute durch technische Möglichkeiten wie Fluatieren und Bewehren die technischen Nachteile vieler Natursteine ausgeglichen oder zumindest abgeschwächt werden können, stehen dem Einsatz aller erreichbaren Natursteine kaum noch Grenzen gegenüber.
Dennoch wird nur eine begrenzte Auswahl an Natursteinen tatsächlich im Treppenbau häufig verwendet.
Allen voran stehen die Granitgesteine, da sie hohe Festigkeiten, und damit sowohl einen hohen Bruchwiderstand als auch eine hohe Abriebfestigkeit aufweisen. Außerdem stehen beim Granit alle Oberflächenbehandlungen zur Verfügung.
Als zweite Gruppe häufig verwendeter Natursteine stehen die Marmore, die wegen ihrer Farbenvielfalt und ihrer Maßerung insbesondes bei repräsentativen Treppen gerne eingesetzt werden. Allerdings sind die Marmore ein weicheres Gestein was ihren Einsatz in vielbegangenen Bereichen einschränkt.
Sandsteine sind wegen ihren Einschränkungen bei der Oberflächenbearbeitung und auch wegen der sehr unterschiedlichen Festigkeitsklassen und Abriebklassen eher weniger im Einsatz. Regional gesehen können sie jedoch gerade bei Altbauten sehr häufig angetroffen werden.
Auch die Schiefer sind wegen ihrer Einschränkungen in der Oberflächenbehandlung und vor allem wegen der geringen Festigkeit überwiegend regional bei Altbauten anzutreffen.
Alle sonstigen Gesteine sind selten oder gar nicht im Treppenbau anzutreffen, weil der technische Aufwand um ihre technischen Nachteile auszugleichen unverhältnismäßig hoch wäre.
Datei:Niebaum-Coppola winery staircase.jpg
  • Treppen werden oft auch mit Teppichen oder Teppichböden belegt. Dies geschieht zum einen oft um den Trittschall etwas zu mindern zum anderen dient es oft auch repräsentativen Zwecken. Zu beachten ist dabei daß die Treppenteppichläufer oder Teppichböden für den Einsatz auf Treppen auch geeignet sind weil der Belag insbesondere an den Kanten wesentlich höher belastet ist als bei normalen Belägen. Es sollte daher darauf geachtet werden daß der Teppich das Zeichen für Treppen geeignet trägt wobei noch zu unterscheiden ist ob die Treppe sich im privaten Bereich oder im Büro- und Geschäftshausbereich befindet. Für die Befestigung stehen verschiedene Systeme zur verfügung. Teppichläufer werden dabei im allgemeinen mit Treppenläuferstangen aus Alu, Messing oder Edelstahl welche in die Kante zwischen Auftritt und Setzstufe gedrückt werden befestigt. Teppichbodenbeläge werden hingegen meist mit Baumontageklebern oder aber mit doppelseitigem Teppichklebebändern und geschraubten Einschubstufenkanten befestigt.
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  • Stahltreppen dienen oft der Erschließung im Industriebau und manchmal auch im Geschossbau als außenliegende Fluchttreppe. Ihre Bestandteile sind fest, meistens aber abbaubar montiert, da Holme, Sprossen, Wangen heutzutage, sofern nicht verschweißt, durch Schrauben miteinander verbunden sind.
Datei:GTstairs.JPG
  • Stahlbetontreppen bestehen meist aus der tragenden Laufplatte und den aufbetonierten Stufen. Aufgrund der relativ leichten Formbarkeit und insbesondere wegen des hohen Feuerwiderstandes sind diese in Gebäuden heute der Regelfall. im Industrie- und Gewerbebau werden sie oft ohne anderweitige Stufenbeläge und unverputzt eingesetzt. In Privatgebäuden, Wohngebäuden und Bürogebäuden sind sie meist tragende Unterkonstruktion für unterschiedlichste Stufenbeläge.


TragsystemeBearbeiten

Entsprechend der Vielzahl von Treppengeometrien ist eine Vielzahl von statischen Tragsystemen möglich. Für den Lastabtrag sind dabei als Vertikallasten neben dem Eigengewicht der Konstruktion die Verkehrslasten auf der Treppe zu berücksichtigen. Zusätzlich sind horizontale Lasten auf Geländer oder Holme und bei Treppen, die der Witterung ausgesetzt sind, Windlasten zu beachten.

  • Treppen mit selbsttragenden Stufen sind ein Tragsystem. Die Treppenstufen tragen dabei die Lasten als einfacher oder eingespannter Balken in Querrichtung ab. Die Lagerung bzw. Einspannung der einzelnen Stufen kann in Treppenhauswänden, Längsträgern oder einer Spindel erfolgen, welche für den weiteren Lastabtrag sorgen. Die Längsträger sind bei Stahl- oder Holztreppen seitliche Wangenträger oder unten liegende Holmträger, bei Stahlbetontreppen massive Laufbalken. Die Treppenträger bestimmen die Steigung und können im Grundriss gekrümmt sein, sie tragen die Lasten in Längsrichtung nach oben und/oder unten ab. Als statisches System liegt ein räumlicher, evtl. gekrümmter, Balken vor.
  • Im Stahlbetonbau gibt es als zusätzliches wichtiges Tragsystem die Treppe mit gerader Lauflinie, bestehend aus den geneigten Laufplatten, die die Stufen tragen und etwaigen horizontalen Platten als Podesten. Das statisches System besteht jetzt nicht mehr aus einem räumlichen Balkensystem, sondern aus einzelnen Plattenelementen oder bei monolithischer Verbindung von Podest und Lauf aus einem räumlich wirkenden Flächentragwerk, auch Faltwerk genannt. Der allgemeine Sonderfall des freitragenden, räumlich gekrümmten Treppenlaufes wird heute in der Statik mit der Methode der finiten Elemente berechnet.

TreppenglossarBearbeiten

Teile der Treppe Bearbeiten

Das Podest Bearbeiten

Ein Podest, auch Treppenabsatz genannt, unterbricht den Treppenlauf. Die Podestlänge sollte mindestens so lang sein wie die nutzbare Treppenbreite. Dies gilt jedoch nicht bei Monumentaltreppen oder anderen überbreiten Treppen.

  • Ein gerades Zwischenpodest: soll bei längeren Treppenläufen spätestens alle 18 Stufen angeordnet werden und mindestens 90 cm lang sein. Längere Treppenläufe sind sonst nicht mehr bequem zu begehen. Eine Verschnaufpause auf einer Stufe ist den Treppensteigenden nicht zuzumuten und birgt auch die Gefahr des Stürzens. Ferner wird auch ein etwaiger Sturz durch ein Podest unterbrochen.
  • Außer zum Verschnaufen wird das Podest auch zum Richtungsändern der Treppenlaufrichtung benötigt. Die Größe dieser Podeste richtet sich in erster Linie nach dem Platzbedarf der für den Transport sperriger Güter benötigt wird.
  • Außerdem sollte ein Podest eine Länge haben, die die durchschnittliche Schrittlänge berücksichtigt (ca. 65 cm). Die Schrittfolge auf den Stufen (rechter Fuß, linker Fuß, usw.) sollte so eingehalten werden können, dass auf eine ungerade Anzahl von Stufen eine gerade Anzahl von Schritten auf dem Podest folgt oder umgekehrt, da sich sonst ein "Hinkgefühl" im weiteren Treppenverlauf ergeben kann (wenn man nach einem Podest immer wieder mit dem gleichen Fuß die jeweils erste Stufe betritt). Podestberechnung nach Schrittmaßformel P=a+n65cm [Podestlänge = Auftritt(letzte Stufe)+Anzahl Schritte x 65cm]. Quelle: verändert aus Standardblätter zur Vorlesung Technisch-Konstruktive Grundlagen, Prof. Hallmann
  • Viertelpodest
  • Halbpodest

Die Stufe Bearbeiten

Datei:Treppe Begriffe.png

Eine Stufe ist eine einzelne senkrechte Höhendifferenz. Bei der Treppe wird sie auch Tritt genannt. Auch die abwechselnd nahezu senkrechten Höhendifferenzen und ebenen Flächen in der Topographie werden Stufe genannt.

  • Der Auftritt (e) ist die waagerechte obere Fläche einer Stufe. Die Auftrittbreite bemisst sich von Stufenvorderkante bis Stufenvorderkante der nächsthöheren Stufe, also ohne den Untertritt.
  • Die Antrittsstufe (c) ist die erste untere Stufe im Treppenlauf. In der einfachsten Form unterscheidet sich die Antrittsstufe weder in der Form noch im Material von den anderen Stufen. Die einfachste besondere Ausführung der Antrittsstufe ist ihre Verbreiterung wobei die Kanten, insbesondere die Seitenkanten geschwungen sein können. Eine Änderung des Materials von Holz auf Stein findet sich besonders bei hölzernen Außentreppen um das Holz vor stehender Feuchtigkeit zu schützen. Diese Materialänderung wird auch bei repräsentativen Innentreppen angewendet, um dadurch die Treppe besonders hervorzuheben. Die Antrittsstufe kann auch als ein mehr oder weniger großes Antrittspodest ausgebildet sein, bei dem ein Richtungswechsel der Lauflinie ohne gewendelte Stufen möglich ist, welches ebenfalls aus einem anderen Material bestehen kann.
  • Asymmetrische Stufen sind Stufen von geraden Steiltreppen mit unterschiedlichen Auftrittsbreiten, welche sich von Steigung zu Steigung links und rechts abwechseln.
  • Die Austrittsstufe (k) ist die letzte obere Stufe im Treppenlauf. Sie kann sowohl Teil des Treppenlaufes sein und ist dann wie die anderen Stufen ausgebildet oder sie kann auch Teil des Podestes sein und ist dann in Material und Form als Teil des Podestes ausgebildet.
  • Eine Blockstufe, auch Klotzstufe genannt, ist eine massive Stufe mit rechteckigem Querschnitt. Die massive Antrittsstufe, wie sie bei Holztreppen oft verwendet wird, heißt auch Blockstufe.
  • Als Ecktritt wird die Stufe bezeichnet, welche bei gewendelten Treppen in der Ecke des Treppenraumes liegt. Es ist sinnvoll, wenn die Stufenvorderkante nicht direkt in die Ecke läuft.
  • Bei einer einläufig halbgewendelten Treppe wird die Trittstufe, welche ziemlich genau in der Mitte der Wendelung - also ca 90° gedreht - liegt Spickeltritt genannt. Am schönsten sieht es natürlich aus, wenn diese Stufe exakt mittig liegt, was jedoch von vielen Planungsfaktoren am An- und Austritt abhängig ist.
  • Stufenansatz
Datei:Treppe mit Gleitschutzprofil.JPG
  • Ein Stufengleitschutzprofil soll ein Abrutschen des Fußes an der Stufenvorderkante verhindern. Es handelt sich um Profile, welches geeignet sind, den Reibungswiderstand an der Stufenvorderkante zu erhöhen. Einfachste Lösung ist ein Aufrauhen der Stufenvorderkante. Weitere Gleitschutzprofile sind die in eine Nut eingearbeitete Hartgummilippe, in Beton- oder Betonwerkstein einbetonierte Hartgummiprofile, auf die Stufen aufgeschraubte oder in die Stufen einbetonierte geriffelte Flach- oder Winkelmetallschienen, teilweise auch mit eingelegten austauschbaren Hartgummiprofilen, Kunststoffstufenkanten mit Riffelung für das Aufkleben von Kunststoff-Bahnenbelägen.
Datei:Walraversijde33.jpg
  • Keilstufen sind Stufen mit keilförmigem Querschnitt. Die Unterseite einer Treppe mit Keilstufen ist nicht wie bei Blockstufen abgetreppt, sondern schräg dem Treppenlauf folgend.
  • Wenn Stufen nur auf einer Seite befestigt sind, entweder direkt in der Treppenwand oder an einer Wandwange und das andere Ende frei auskragt, so wird diese als Kragstufe bezeichnet. Bei traditionell in der Wand eingelassenen massiven Steinstufen wird die Torsionskraft durch das über der Stufeneinspannung liegende Mauerwerk bewältigt. Auch wenn die Stufen mittels Schwerlastdübel und justierbarer Einlassschrauben mit Stufendorn befestigt sind, muss die Torsionskraft durch das Gewicht der darüberliegenden Mauer oder durch eine unter Putz verdeckte Stahlbetonwange aufgenommen werden. Bei Stahltreppen kann eine entsprechend dimensionierte Wandwange die Drehkräfte aufnehmen. Die Stufen können dabei direkt angeschweißt oder angeschraubt sein. Auch bei Holztreppen muss die Wandwange dann wesentlich dicker dimensioniert sein, wobei die Stufen dann einen Stufendorn aus Stahl oder Edelstahl haben, der biegesteif an der Wange verschraubt sein muss. Ähnliche Konstruktionen gibt es auch für Natursteinplattenstufen, bei denen allerdings eine Wandwange aus Stahl zum Einsatz kommt. Alle diese neuen Konstruktionsarten sind nur mit entsprechenden Zulassungen oder mit statischem Einzelnachweis möglich. Zu beachten ist auch, dass die Torsionskraft am Anfang und am Ende der Wange in das Podest eingeleitet werden muss.
  • L-Stufe wird ein Stufenprofil meist von Betonwerkstein- oder Betonfertigteilstufen genannt, bei dem die Setzstufe an der Hinterkante der Stufe oben aufsitzt.
  • Plattenstufe:
  • Die Setzstufe (a), ist das senkrechte Bauteil zwischen zwei Stufen. Sie wird auch Stoßstufe, Futterstufe oder Futterbrett genannt. Entfällt die Setzstufe bei offenen Treppen, so muss der Abstand zwischen den Stufen geringer als 12 cm sein, wenn mit der Anwesenheit von Kindern zu rechnen ist. Dies soll verhindern, dass ein Kinderkopf dazwischengeschoben werden kann.
  • Eine Spitzstufe: ist die spitz zulaufenden Stufen einer Wendeltreppe oder einer Spindeltreppe.
  • Die Stufenvorderkante (b) wird bei einer Treppe am meisten beansprucht. Um die Belastbarkeit dieser Kante zu erhöhen, kann es sinnvoll sein, diese Kanten mit Metallschienen zu verstärken. Auch kann es sinnvoll sein, in diesem Bereich besondere Vorkehrungen gegen Abrutschen zu treffen. Dies können eingelegte Hartkunststoffleisten oder Metallleisten sein. Es kann aber auch eine Aufrauhung von Natursteinstufen in diesem Bereich vorgesehen werden.
  • Als Treppenbelag wird jeder geeignete Bodenbelag, welcher auf eine rohe Treppenunterkonstruktion als sichtbare begehbare Oberfläche aufgebracht werden kann, bezeichnet, z.B. Teppichboden, Linoleum, Kunststoffbahnenbelag, Holz, gegossene oder gestrichene Kunststoffoberflächen, Natur- und Betonwerksteinplatten.
  • Tritt ist ein anderer Ausdruck für die Stufe einer Treppe.
  • Trittstufen aus trogförmig gekannteten Stahl- und Edelstahlblechen werden Trogtritte oder Trogstufen genannt. Bei Industrietreppen werden sie mit Gitterrosten aufgedoppelt oder mit Estrich oder Beton gefüllt verwendet. In Geschäfts- und Wohnbauten werden sie mit Estrich gefüllt als Rohstufe verwendet und mit Teppichboden, Linoleum oder anderen elastischen Bodenbelägen ummantelt.
  • Der Untertritt (f) oder auch die Unterschneidung ist der Teil der Stufe, welcher unter der darüberliegenden Stufe liegt. Der Untertritt ist bei Wohnhaustreppen üblich mit einer Breite von ca. zwei bis drei cm. Bei Treppen in Krankenhäusern, Altenheimen und Kindergärten sollte kein Untertritt vorgesehen werden, da die Füße an dieser Stelle hängen bleiben könnten, und damit zum Sturz führen würden.
  • Verzogene Stufen oder auch gezogene Stufen sind STufen im verlauf einer geraden treppe die allmählich einen übergang zu einer treppenabwinkelung schaffen indem die Stufentiefe an der Innenkante und an der Ausenkante unterschiedlich groß sind. Für das Verziehen der Stufen gibt es verschiedene Verziehungsverfahren.
  • Wendelstufen sind die Stufen einer Wendeltreppe oder einer Spindeltreppe.
  • Eine Winkelstufe ist ein Stufenprofil meist von Betonwerkstein- oder Betonfertigteilstufen, bei dem die Setzstufe unten an der Vorderkante der Stufe hängt.
  • Eine Z-Stufe ist ein Stufenprofil meist von Betonwerkstein- oder Betonfertigteilstufen, bei dem ein Teil der Setzstufe unten an der Vorderkante der Stufe hängt und ein Teil an der Hinterkante der Stufe oben aufsitzt.

Das Treppengeländer und -handläufe Bearbeiten

Ein Treppengeländer besteht im wesentlichen aus der tragenden Konstruktion, meist in Form von Pfosten, der Geländerfüllung und dem Handlauf.

Datei:Firenze Hall Palazzo Vecchio Grotto art.jpg
  • Der Handlauf ist eine Griffhilfe, welche unabhängig vom Geländer bzw. von der Umwehrung auch bei Schachttreppen auf mindestens einer Seite der Treppe eingebaut werden muss. Ein Handlauf ist ab mindestens drei aufeinanderfolgenden Stufen erforderlich. Der Handlauf sollte am Antritt und am Austritt mindestens um Austrittsbreite überkragen. Der Abstand zwischen Handlauf und Wand oder anderen Bauteilen wie Umwehrungen und Geländer soll mindestens 4 cm betragen, um eine Verletzung der Fingerknöchel zu vermeiden. Der Handlauf sollte ohne Unterbrechung durchlaufen, um ein Übergreifen zu vermeiden. Die Höhe des Handlaufes senkrecht über Stufenvorderkante richtet sich nach dem Personenkreis, für welchen die Treppe gedacht ist. Er liegt im Allgemeinen bei 90 cm und für Kindergartenkinder bei ca. 75 cm. Die DIN 18025 Barrierefreies Bauen empfiehlt 85 cm. Das ist die Höhe, die sowohl große als auch kleine Menschen bequem erreichen können. Ist aus Sicherheitsgründen eine höhere Umwehrung vorzusehen, so muss der Handlauf neben die Umwehrung gesetzt werden. Achtung: Der Handlauf engt die nutzbare Treppenlaufbreite ein. Handläufe aus Seilen können, auch wenn sie gespannt sind, nicht als ausreichend griffsichere und feste Handläufe angesehen werden.In öffentlich zugänglichen Gebäuden ist auf beiden Seiten der Treppe ein Handlauf-Geländer anzubringen. Wandhandläufe müssen durchgehend ausgeführt werden, griffsicher sein, und 30 cm über die erste und letzte Stufe also in den Treppenabsatz hinein oder auf das Podest geführt werden - so die DIN. Dies ist deswegen wichtig, um dem Treppenutzer bis zum Schluss sicheren Halt zu gewäh-ren. Die meisten Unfälle passieren an der ersten oder der letzten Stufe – oft weil der Hand-lauf zu früh endet. Gerade gehandicapte Personen gehen nämlich mit der Hand voraus auf der Treppe. Endet der Handlauf zu früh, müssen sie sich verdrehen, um sich festhalten zu können. Das erhöht die Unfallgefahr. Griffsicher ist ein Handlauf laut DIN, wenn er einen Durchmesser zwischen drei und 4,5 Zentimetern hat und gut umfassbar ist. Er sollte deswe-gen entweder rund oder oval mit Einschnürung ausgeführt sein.

Um Blinde und Sehbehinderte sicher auf der Treppe leiten zu können, empfehlen sich tastba-re Handlaufmarkierungen am Anfang und am Ende der Treppe. Das können erhabene Mar-kierungen wie Kugeln oder Noppen sein. Geeignet ist auch ein Wechsel des Handlaufmateri-als, das Richtungsänderungen ankündigt.

  • Wandhandlauf - beidseitiger Handlauf ist der 2. - also der beidseitige Handlauf an der Treppe. Treppen an den denen sich Menschen begegnen oder gleichzeitig Menschen gemeinsam eine Treppe begehen, müssen beidseitig Handläufe vorhanden sein. Oft ist dies durch beidseitige Geländer vorgegeben; ist nur ein Geländer vorhanden, muss an der Wandseite ein griffsicherer Wandhandlauf angebracht werden, welche über die erste und letzte Stufe zu führen ist.
Datei:USC-Bing Theatre.jpg
  • Ein Zwischenhandlauf: sollte ab einer Treppenbreite von mehr als drei Metern eingebaut werden. Bei noch größeren Treppenbreiten sollten aus Sicherheitsgründen alle drei Meter Zwischenhandläufe eingebaut werden. Hierbei ist es sinnvoll einen Doppelten Handlauf zu verwenden, damit sich die Treppensteiger auf den beiden Seiten nicht gegenseitig behindern.
Datei:Escalier de la porte de paris (Lille Nord France).jpg
  • Unter Geländeranfänger wird sowohl der erste Tragpfosten mit integriertem Geländer als auch das verschweifte Geländeranfangsstück verstanden. Bei historischen Geländern besteht dieser Geländeranfänger oft aus künstlerisch gestalteten Figuren wie Menschen, Löwen, Fischen oder Drachen aus deren gschwungener Form sich das Geländer entwickelt. Da diese Geländeranfänger mit hohen Kosten verbunden sind, werden heute allenfalls Geländerendbögen eingebaut. In Gebäuden, in denen mit der Anwesenheit von Kindern und gebrechlichen Menschen zu rechnen ist, sind waagrecht beginnende Geländeranfänger erforderlich, die der nach vorne greifenden Hand bis über die unterste Stufe hinaus halt geben. Diese sollten dann bis an die Wand herangeführt sein, um ein Einfädeln von offenen Ärmeln zu verhindern.
  • Bei einem Gurtgeländer verlaufen Stäbe parallel zur Treppenneigung und zu den Podestflächen. Die einfachste Form dieses Geländers besteht aus einem Handlauf und einem sogenannten Kniegurt auf halber Höhe zwischen Handlauf und Trittfläche. Diese einfache Geländerart findet vor allem in Industrietreppen ihre Anwendung. In anderen Gebäuden müssen mehr Gurtstäbe enger verlegt werden. Anstelle der Stäbe können auch Seile verspannt sein. Ist mit der Anwesenheit von Kindern zu rechnen, so sind diese Gurtgeländer nur dann zulässig, wenn sicher vermieden werden kann, dass der Leitereffekt eintritt. Da dies nur dadurch erreicht werden kann, indem die Stäbe noch enger (< 2 cm) verlegt werden oder indem auf der Geländerinnenseite zusätzliche, meist transparente Geländerfüllungen angebracht werden, sind diese Geländer für den Wohnhausbereich nicht geeignet.

Treppenwange und Treppenholme Bearbeiten

  • Eine Wange ist das tragende schrägliegende Bauteil links und rechts der Treppenstufe.
    • Als innere Wange oder Freiwange wird die am Treppenauge liegende Wange bezeichnet.
    • Eine Stufenwange hat keine über die gesamte Treppenlauflänge durchgehende schräge Ober- und Unterkante. Die Ober- und Unterkante der Stufenwange ist vielmehr in einem gleichmäßigen parallelen Abstand zu den Stufen und Setzstufen und hat somit ein stufenförmiges Aussehen.
    • Die Wandwange liegt direkt an der Wand an oder ist mit einem Abstand von max. 6 cm von der Wandoberfläche abgerückt.
  • Ein Krümmling oder Kröpfling ist die gebogene Verbindung von zwei die Richtung wechselnden Wangen oder Handläufen.
  • Datei:Riga treppenhaus.jpg
  • Das Treppenauge ist der Lichtraum oder Luftraum, welcher von Treppenläufen und Podesten umschlossen wird und oft über mehrere Stockwerke durchgehend ist. Auch die Hohlspindel von Wendeltreppen wird Treppenauge genannt.


Der Treppensockel Bearbeiten

Datei:Treppe Sockel.png

Der Treppensockel ist die Bekleidung der Wand in der Verlängerung von Tritt- und Setzstufen. Der Treppensockel besteht heute meistens aus dem gleichen Material wie der Belag der Stufen.

  • Die Sockelleiste (a) ist eine Leiste, welche die Fuge zwischen Fußboden, Treppenstufe, Podest oder Wandwange und Wandputz verdeckt. Auf den Podesten und Wandwangen sind dies lange Leisten. Bei Treppen ohne Wandwange sind dies treppenartig angebrachte kurze Stufeleisten und Setzstufenleisten. Anstelle der Stufen und Setzstufenleisten können sogenannte Bischofsmützen eingebaut werden.
  • Eine Bischofsmütze (b) ist ein Bauteil, welches anstelle von Sockelleisten die Verbindung zwischen Stufe und Wand herstellt. Sie besitzt eine waagerechte und eine senkrechte, sowie eine der Treppenneigung entsprechende schräge obere Kante. Die Kanten sind durch unterschiedliche weitere kurze Kanten miteinander verbunden, so dass die Form einer Bischofsmütze entsteht, was diesem Sockel den Namen gegeben hat.



Teile des Treppenhauses Bearbeiten

  • Eine Treppenhausbeleuchtung ist aus Sicherheitsgründen in jedem Falle vorzusehen. Auch bei Treppen im Freien sollte eine Treppenbeleuchtung unbedingt vorhanden sein. Um ein Ein- und Ausschalten jeweils am Anfang und am Ende der Treppe zu ermöglichen, sind entsprechende elektrische Schaltungen zu verwenden. Es kann auch sinnvoll sein, die Beleuchtung mit einer Zeitschaltung zu versehen, so dass die Beleuchtung nur für einen ausreichend langen Zeitraum eingeschaltet bleibt. Auch der Einbau eines Bewegungsschalters kann sinnvoll sein. Auf dem Markt sind auch Handläufe mit integrierter Beleuchtung (Licht im Handlauf), welcher das Licht direkt auf die Trittstufen lenkt, und damit für zusätzliche Sicherheit sorgt.
Datei:Treppenhaus01.jpg
  • Da sich Treppenhausfenster oft am Zwischenpodest befinden, liegt ihre Brüstungs- und Sturzhöhe nicht gleich mit den Fenstern der jeweiligen Geschosse sondern befindet sich dazwischen. Die Treppenhausfenster erzeugen daher oft eine senkrechte Gliederung der Fassade. Eine weitere Besonderheit sind Treppenhausfenster bei Wendeltreppen, da diese oft als Parallelogramm mit senkrechten Seiten und schräger Brüstung und schrägem Sturz ausgebildet sind. Treppenhausfenster lassen sich oft auch nur mit Vierkantschlüsseln öffnen. Auch wird das oberste Fenster oft als Rauchabzug mit Öffnungsmöglichkeit vom Ausgang aus eingebaut, wenn dies aus Brandschutzgründen erforderlich ist.
  • Treppenhauswand
  • Die Decke eines Treppenhauses,die oberste Horizontale Decke, nicht aber die Untersicht von Podesten, wird auch Treppenspiegel genannt. Dies ist eine Anlehnung an den Begriff Deckenspiegel. Da sich in einem Treppenhaus durch die Kaminwirkung im Brandfall der ganze Rauch an diesem obersten Punkt sammelt müssen dort, durch Fenster in der Außenwand oder Rauchschutzklappen in der Decke, Möglichkeiten geschaffen werden den Rauch nach draußen zu führen.


Sonstige Teile der Treppe Bearbeiten

Datei:Spain.Girona.Muralla.06.Torre.4.JPG
  • Ein Treppenlauf besteht aus mindestens drei aufeinanderfolgenden Stufen.
  • Als Treppenloch wird die Öffnung in einer Geschossdecke oder in einer Balkenlage, durch welche die Treppe führt bezeichnet. Auch das Treppenauge, die lichte Öffnung zwischen den Treppenwangen von mehrläufigen Treppen wird Treppenloch genannt.
  • Treppenschrank
  • Ein Treppenwechsel auch Wechselbalken genannt, ist der quer zur Balkenlage liegende Balken am Treppenloch, in den die Deckenbalken oder die Podestbalken eingezapft sind. Bei Stahlbetontreppen wird auch die querliegende Bewehrung am Treppenloch so genannt.
Datei:Sagrada familia spiral staircase.JPG
  • Eine Treppenspindel ist ein zylindrischer Teil einer Wendeltreppenstufe, welche sich in der Drehachse der Wendeltreppe befindet. Die Spindel kann sich aus den einzelnen zylindrischen Teilen der Stufe zusammensetzen (Natursteinwendeltreppe, Betonwerksteinwendeltreppe, gusseiserne Wendeltreppe oder Wendeltreppe aus Holz), oder sie kann selbst ein durchgehender Zylinder (auch zylindrischer Hohlkörper oder Rohr) sein, an welchem die Stufen der Wendeltreppe befestigt sind (Wendeltreppe aus Holz, Stahl, Gusseisen).
    • Von einer Hohlspindel wird gesprochen, wenn die Spindel entfällt und die Stufen sich um einen zylindrischen Hohlraum, dem Treppenauge winden.
  • Treppenarme: sind die Folge von einzelne Treppenläufen bei mehreren mehrläufigen Treppen.


Begriffe rund um die Treppe Bearbeiten

Datei:Treppe Besteckmass.png
  • Das Besteckmaß ist ein Begriff aus dem Holztreppenbau, der bei eingestemmten und eingeschobenen Treppen angibt, wieviel die Treppenwange über die Stufe hinausragt. (Siehe Bild 1b):
    • a ist das obere senkrechte Besteckmaß
    • b ist das obere winkelrechte Besteckmaß
    • c ist das untere senkrechte Besteckmaß
    • d ist das untere winkelrechte Besteckmaß
  • Zur Gehsicherheit einer Treppe tragen nicht nur die Geländer bei sondern auch das Steigungsverhältnis, der richtige Verzug von Stufen bei viertel- und halbgewendelten Treppen und die Form sowie Oberfläche der Trittstufen.
  • Die Höhendifferenz wird immer angegeben als Differenz zwischen den Fertighöhen z. B. zwischen Oberkante Fertigfußboden Erdgeschoss und Oberkante Fertigfußboden 1. Obergeschoss.
  • Die Lauflinie, sie wird auch Gehlinie genannt, ist die Mittellinie des Bereiches, in dem eine Treppe normalerweise begangen wird. Bei geraden Treppen befindet sich die Lauflinie in der Mitte der Treppenlaufbreite. Bei gewendelten Treppen ist sie ungefähr 40 bis 50 cm vom Treppenauge bzw. von der Treppenspindel entfernt. Das Steigungsverhältnis an der Lauflinie muss so gewählt werden, dass ein sicheres Begehen der Treppe möglich ist. Für überbreite Treppen kann keine Lauflinie bestimmt werden. Überbreite Treppen müssen dennoch überall sicher begehbar sein.
  • Als lichte Durchgangshöhe wird die senkrechte Höhe über Stufenvorderkante bis Unterkante Decke bzw. Unterkante des darüberliegenden Treppenlaufes bezeichnet. Die lichte Durchgangshöhe beträgt bei allen Treppen zwei Meter. In Wohnhäusern mit bis zu zwei Wohnungen und bei untergeordneten Treppen kann die lichte Durchgangsöhe in einem nichtbegehbaren Treppenrandbereich von 25 cm Breite um 25 cm niedriger sein.
  • Bei einer Treppe ist die Mittellinie nur dann wichtig, wenn sie gleichzeitig Lauflinie ist.
Datei:Escaliers angles des pentes.svg
  • Der Neigungswinkel einer Treppe ergibt sich aus dem Steigungsverhältnis. Hierbei gilt daß Treppen mit einem Neigungswinkel unter 24° (A) als Treppenrampen zählen. Treppen mit einem Neigungswinkel über 75° (D)sind als Leitern zu bezeichnen. Treppen mit einem Neigungswinkel zwischen 24° und 45° (B) werden im Wohnungsbau verwendet während Treppen mit einem Neigungswinkel zwischen 45° und 75° (C) nur im industriellen Bereich zu finden sind.
  • Das Maß der Podestlänge soll ein Vielfaches des Schrittmaßes sein. Es wird gemessen in der Lauflinie von Vorderkante Austrittsstufe bis Vorderkante Antrittstufe.
  • Die Treppensteigung, auch einfach nur Steigunggenannt, ist die senkrechte Höhendifferenz zwischen den Stufen. Im Verlauf eines Treppenlaufes bzw. im Verlauf einer Geschosshöhe sollte die Steigung aus Gründen der Sicherheit immer gleich groß sein.
    • Die Anzahl der Steigungen je Treppenlauf sollte nicht mehr als 18 betragen. Nach 18 Steigungen sollte ein Zwischenpodest angeordnet sein.
    • Als das Steigungsverhältnis wird das Verhältnis von Steigung bzw. Stufenhöhe zu Auftritt bzw. Auftrittbreite bzw. Stufentiefe verstanden. Es wird angegeben als Verhältnis der Maße in cm zueinander (17/29) oder als Verhältniszahl (1:1,7).
  • Es gibt verschiedene Steigungsregeln wie die Schrittmaßregel, die Sicherheitsregel und die Bequemlichkeitsregel. Die Schrittmaßregel ist die wichtigste dieser drei Regeln, die als zweckmäßig auch generell angewendet wird. Alle drei Regeln werden gleichzeitig nur durch das Steigungsverhältnis 17/29 erfüllt. Trotz dieser beschriebenen Regeln gibt es eine Fülle von Variationsmöglichkeiten, die alle zu ausreichend gut begehbaren Treppen führen.
    • Abkürzungen in den Formeln:
    • Formeln in Kurzform:
      • Bequemlichkeitsregel: A - S = 12 cm
      • Schrittmaßregel: 2 S + A = 63 cm
      • Sicherheitsregel: A + S = 46 cm
    • zulässige Abweichungen:
      • Auftritt: 26 ≤ A ≤ 32 im Mittel 29
      • Steigung: 14 ≤ S ≤ 20 im Mittel 17
      • Schrittmaßregel: 60 ≤ 2 S + A ≤ 66 im Mittel 63
      • Bequemlichkeitsregel: A - S im Mittel 12
      • Sicherheitsregel: 45 ≤ A + S ≤ 47 im Mittel 46
    • Die Schrittmaßregel nach dem Franzosen François Blondel. Der Mathematiker, Ingenieur und Architekt François Blondel (1617-1686) hat als erster die Stufenmaße wissenschaftlich erforscht und legte in seinem Buch "Cours d'architecture" von 1683 den Stufenmaßen die Länge des menschlichen Schrittes zugrunde. Weil sich der Schritt beim Steigen verkürzt, benutzte er die Formel 2 S + A = 65 cm, welche noch heute gültig ist. Weil der Mensch unterschiedlich groß ist, gibt es letztendlich kein einheitlich bequem und sicher zu begehendes Steigungsverhältnis. Die Norm besagt daher, dass das Steigungsverhältnis mit 2 S + A = 59 cm bis 65 cm geplant werden kann.
    • Ebenfalls von Blondel entwickelt wurde die Sicherheitsregel für die sichere Begehbarkeit einer Treppe. Die Regel lautet: A + S = 46 cm.
    • Blondel entwickelte auch eine Bequemlichkeitsregel für eine bequeme Begehbarkeit der Treppe. Die Regel lautet: A - S = 12 cm.
    • Es gibt auch noch die Steigungsregeln nach Alwin Seifert der sich über Jahrzehnte mit dem entspannten Begehen von Treppen befasste. Er hat einen Zusammenhang von anzunehmendem Schrittmaß und Steigungsverhältnis erkannt. Dieser lautet: Je steiler die Treppe, desto kürzer das Schrittmaß. Er ermittelte, dass das Verhältnis 8/62 bei einem Schritt von 78 cm oder 16/30 bei einem Schritt von 62 cm bequeme Treppen ergibt.
  • schmalste Stelle einer Wendelstufe:
  • Die Schrittlänge oder das Schrittmaß ist das Grundmaß für den Treppenbau. Sie ist die Differenz zwischen den Fersenhinterkanten der Füße bei einem Schritt. Bei einem normalgroßen Mitteleuropäer beträgt dieses Maß ca. 59 bis 65 cm also 62 cm im Mittel. Für Treppen in Kindergärten, die ausschließlich von Kindern begangen werden, können geringere Schrittlängen angenommen werden.
  • Stufen im Aussenbereich werden mit einem Stufengefälle eingebaut, damit auf den Stufen der Außentreppen kein Regenwasser stehenbleiben kann, welches bei Frost auch zu Eisbildung führen kann. Die Trittfläche wird leicht zur Trittkante hin geneigt. Die Stufenneigung beträgt je nach Bauart und Stufenoberfläche 1 - 3 %, das sind ca. 3 - 10 mm. Die Neigung muss bei der Steigung(shöhe) berücksichtigt werden, d.h., die Steigung ändert sich durch das Stufengefälle nicht.
  • Das Maß der Treppenlaufbreite wird unmittelbar über der Stufe zwischen den Wangen gemessen. Dieses Maß ist nicht gleichzusetzen mit der nutzbaren Treppenlaufbreite.
    • Die nutzbare Treppenlaufbreite wird in Höhe des Handlaufes zwischen der Oberfläche Treppenhauswand und Innenkante des Handlaufes oder zwischen den Handläufen gemessen
    • Die nutzbare Treppenlaufbreite bei notwendigen Treppen in Wohnhäusern mit bis zu zwei Wohnungen beträgt 80 bis 90 cm.
    • Bei Wohnhäusern mit mehr als zwei Wohnungen ist die nutzbare Treppenlaufbreite für notwendige Treppen 1,00 m, in Berlin und Hamburg 1,10 m.
    • In Hochhäusern beträgt die nutzbare Treppenlaufbreite mindestens 1,25 m.
    • Für Schulen, Krankenhäuser und Theater gilt eine nutzbare Mindestbreite von 1,20 m.
    • Nach der Versammlungsstättenverordnung bemisst sich die nutzbare Treppenlaufbreite nach der Anzahl der auf diesen Rettungsweg angewiesenen Personen. Er beträgt 1,20 m für je 200 Personen (im Freien je 600 Personen) und darf maximal 2,40 m breit sein.
    • In der Geschäftshausverordnung ist eine nutzbare Treppenlaufbreite von mindestens 2,00 m und maximal 2,50 m angegeben.
    • Die Garagenverordnung fordert eine nutzbare Treppenlaufbreite von 1,00 m.
    • Alle Baurechtlich nicht notwendigen Treppen müssen eine nutzbare Treppenlaufbreite von 0,50 m haben.
  • Das Mass für die Treppenlauflänge wird waagerecht zwischen Vorderkante Antrittsstufe und Vorderkante Austrittsstufe an der Lauflinie gemessen.
  • Die Norm fordert eine Unterschneidung, oder einen Untertritt bei offenen Treppen ohne Setzstufen und bei Treppen mit Auftritten, die kleiner als 26 cm sind. Die darüberliegende Stufe ist um mindestens drei cm zu unterschneiden. Das bedeutet, dass die Hinterkante der Stufe mindestens drei cm hinter der Vorderkante der nächsten Stufe liegt. Die Unterschneidung wird nicht zum Auftritt dazugerechnet. Bei beengten Situationen kann jedoch ein Untertritt bis drei cm zum Auftritt hinzugerechnet werden. Da Unterschneidungen Stolpergefahren bergen, sind sie bei Treppen für Kinder, Kranke und behinderte Menschen ungeeignet. Daher sollten dort flache Treppen mit Setzstufen zum Einsatz kommen.

Treppenbauwerke Bearbeiten

Datei:Torun Maius klatka 01.jpg
Datei:Chateau de Blois escalier monumental.jpg
  • Das Treppenhaus ist nicht die Bezeichnung für ein eigenständiges Gebäude, welches eine Treppe beinhaltet, vielmehr ist es die Bezeichnung für den Raum, in welchem sich die Treppe befindet. Im Treppenhaus sind oft auch die Zugänge zu den Aufzugsanlagen untergebracht. Das Stiegenhaus ist die österreichische Bezeichnung für ein Treppenhaus.
  • Der Treppenturm ist ein eigenständiger Gebäudeteil in runder oder polygonaler und auch rechteckiger Form. Früher herrschten die runden und polygonalen Formen vor. Diese Treppentürme umschlossen im Allgemeinen eine Wendeltreppe. Oft waren diese Türme auch direkt neben einen Turm gebaut. Heutzutage werden mehr rechteckige Türme gebaut, da in diesen die wesentlich sicherer begehbaren zweiläufigen Treppen untergebracht sind. Derartige Treppentürme finden sich an Industriegebäuden, Bürogebäuden, Stadien und auch an größeren Wohnblocks.
Datei:BehrungenFachwerk2-2005-07-24.jpg
  • Treppenraum ist die Bezeichnung für den Raum, in welchem sich nur eine Treppe befindet, der also nur dem Zweck dient von einem Geschoß in ein anderes zu gelangen.
  • Die überdachte Außentreppe ist ein Treppenbauwerk bei dem die Treppengeländerpfosten verlängert sind und ähnlich einem Laubengang ein Dach tragen.


Interessantes Bearbeiten

Datei:Bohnsdorfer Bockmuehle4.JPG

Die großen Treppen vor Kathedralen und Kirchengebäuden sind oft in mehrere Abschnitte unterteilt, die Anzahl der Stufen hat eine spezielle Bedeutung. In der Schweizer Stadt Solothurn betrachtete man gemeinhin die Zahl Elf als Glückszahl. Aus diesem Grund hat jeder Treppenabschnitt vor der dortigen St. Ursen Kathedrale genau elf Stufen.

Im alten Rom baute man aus Aberglauben nur Treppen mit ungerader Zahl an Stufen, denn dann konnte man die erste Stufe mit dem rechten Fuß erklimmen und auch mit dem rechten Fuß die letzte Treppenstufe verlassen.

Pingdingshan, das heißt "Berg mit dem flachen Gipfel", ist eine Kohlebergbaustadt in China mit einem flachen Berg, auf den eine Treppe mit symbolischen, Glück verheißenden 666 Stufen führt.

Die Wendeltreppen in Burgen und Schlössern waren immer rechtsherum gewunden. Dies hat seinen Grund in der Führung des Schwertes in der rechten Hand. Der Verteidiger, der die oberen Räume zu verteidigen hatte, war bei rechtsdrehenden Wendeltreppen nicht durch die Treppenspindel behindert, während der Angreifer von unten dadurch behindert war.

Die Repräsentationstreppen in alten Burgen und Schlössern wurden oft als zweiarmige Treppen ausgeführt. Diese Treppenform diente dazu, die Kommenden und Gehenden voneinander zu trennen. Dabei boten die mehr parallelen Lösungen die Möglichkeit zur Konversation und zum Blickkontakt, während die aus entgegengesetzter Richtung hochführenden Treppen diesen Kontakt verhindern sollten.

Bei den Treppen von Burgen und Schlössern bestimmte das höfisches Zeremoniell, auf welchem Treppenabsatz bzw. auf welcher Stufe ein Gast bestimmten Rangs vom Hausherrn empfangen wurde.

Datei:Chichen Itza Pyramide des Kukulcan.jpg

Die Steigung der Treppen bei den Pyramiden der mittelamerikanischen Hochkulturen waren nur nach kultischen Gesetzen ausgerichtet. Da dabei das menschliche Schrittmaß nicht berücksichtigt wurde, kommen uns diese Treppen sehr steil und unbequem vor. Die dreißig Meter hohe Stufenpyramide in Chichen Itza mit dem Namen Castillo hat als Zugang vier Treppen mit je 91 Stufen, und eine letzten Stufe vor dem Tempel zusammen 365 Treppenstufen, was nicht nur zufällig der Zahl der Tage im Jahr entspricht.

In Nordwestdeutschland gibt es am dreißigsten Geburtstag eines unverheirateten Mannes den Brauch ihn eine öffentliche Treppe fegen zu lassen.

Der Einsiedler und Heilige Alexius von Edessa lebte, von seinem Vater unerkannt, 17 Jahre als Bettler unter der Treppe seines Elternhauses.

Datei:Honda ASIMO Walking Stairs.JPG

Der ca. 60 cm große humanoide Roboter Qrio der japanischen Firma Sony war der erste Roboter welcher Treppen steigen konnte.

In der Gardiner-Liste des britischen Ägyptologen Sir Alan Gardiner sind ca. 700 Hieroglyphen kategorisiert. In der Gruppe 0, in der sich die Zeichen befinden, die mit Haus und Bauen zu tun haben, finden sich die Zeichen

040 <hiero>O40</hiero> für "Treppe" und 041 <hiero>O41</hiero> für "Treppe hinaufsteigen".

Datei:ManegeAEtage.JPG

Sich drehende und sich im Wind drehende Treppen. Nicht häufig zu finden sind Treppen auf einem sich bewegenden Karussell. Es gibt auch bei Windmühlen außen angebrachte Treppen als Zugang zur Windmühle.

Datei:Apollo 12 Al Bean stepping on moon.jpg

Wenn eine Leiter im weitesten Sinn auch als Treppe aufgefasst werden kann, so befinden sich die am weitesten entfernten Treppen an den Mondlandemodulen der Apolloflüge auf dem Mond.

Die 98 Stufen zählende Treppe zum Kloster Chrissokalitissa auf Kreta wird auch goldene Treppe genannt, weil die letzten Stufen der Treppe aus purem Gold sind. Allerdings kann das nur jemand sehen, der reinen Herzens, also ohne Sünde ist.

Im Innenhof der Prüfstelle für Aktiengesellschaften befindet sich ein außergewöhnliches Treppenbauwerk, die endlose oder auch unendliche Treppe. Es ist ein begehbares Treppenkunstwerk, auf dem man hinauf und auch wieder hinuntersteigt, ohne die Richtung zu wechseln. Bild hierzu im Abschnitt Treppen in der Kunst


Berühmte Treppen Bearbeiten

Datei:TaiShanPorters.jpg
  • Die höchste Treppe befindet sich am heiligen Berg Tai Shan in der chinesischen Provinz Shandong. Sie ist 1.540 m hoch und besitzt um die 6.000 Stufen.
  • Die neben der Strecke der Niesenbahn (längste Standseilbahn Europas) hinaufführende Treppe ist mit 11.674 Stufen die längste Treppe der Welt. Sie darf aber nur zu Wartungsarbeiten betreten werden. Der Höhenunterschied beträgt mit 1.643 m ebenfalls mehr als bei der nach eigenen Angaben "höchsten Treppe" der Welt.
  • Die breiteste Treppe der Welt ist die vom Messegelände zum neuen Expoareal Hannover.
  • In Partenen im Montafon verläuft entlang der Vermuntbahn die längste Treppe Österreichs mit fast 4.000 Stufen. Sie wird als "Europatreppe 4000" bezeichnet und ist nach eigenen Angaben die "längste gerade Treppe Europas". Laut Markierung am Ende der Treppe beträgt die genaue Anzahl der Stufen 3.609.
  • Die längste Treppe Sachsens, die sogenannte Himmelsleiter, befindet sich in Dresden. Die im barocken Baustil.errichtete Treppe führt vom Schlösschen Hoflößnitz über mehr als 365 Stufen zum Aussichtspunkt "Spitzhaus"
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  • Die Königstreppe am Kap Arkona auf der Insel Rügen führt mit 230 Stufen die 42 m hohe Steilküste hinunter.
  • Die Treppe im rechten Turm des Kölner Doms ist mit ihren 536 Stufen die längste Treppe Nordrhein-Westfalens.
  • Als längste Treppe der Welt in einem Gebäude gilt die Treppe zur höchsten öffentlich zugänglichen Aussichtsplattform der Welt im CN-Tower in Toronto mit 2.570 Stufen.
Datei:Potemkinstairs.jpg
Datei:Spagna Spanische Treppe Rom.jpg
  • Die Spanische Treppe in Rom, eigentlich Scalinata di Trinità dei Monti, ist ein beliebter Treffpunkt Roms. auf Ihr findet auch alljährlich die AltaRoma, die wichtigste Modenschau Italiens als großes gesellschaftliches Ereignis, statt. Deren Höhepunkt und Abschluss ist die traditionelle Gala "Donna sotto le stelle", Frau unter den Sternen. Durch diesen Bekanntheitsgrad ist die Spanische Treppe als Filmkulisse sehr beliebt.
  • Die längste Treppe Istriens befindet sich in der Stadt Motovun. Sie führt über 1.052 Stufen zur Spitze des Hügels von Motovun.
  • Die längste Kellertreppe befindet sich in Frankreich im Fort de Souville bei Verdun, sie ist heute nicht mehr zugänglich.
  • Monumentaltreppe "La Scala" in Caltagirone auf Sizilien. Die an den Setzstufen reich mit bunten Majoliken dekorierte Monumentaltreppe mit 142 Stufen führt zum Dom S. Giuliano.
Datei:Lüttich Montagne.jpg


Treppen aus medizinischer Sicht Bearbeiten

Physiker haben herausgefunden, dass das Treppensteigen sieben mal anstrengender ist, als das Laufen in einer Ebene. Die Intensität der Anstrengung ist dabei im wesentlichen von der Steigung der Treppe abhängig. Menschen mit Gehbehinderungen, aber auch solche mit Lungenkrankheiten oder mit Herzerkrankungen haben Probleme beim Begehen einer Treppe. Für viele Menschen sind aber Treppen auch ein "Übungsgerät". Treppensteigen ist gesund, regt Herz und Kreislauf an - nur sicher muss der Weg auf der Treppe sein. Daher an beiden Seiten der Treppe griffsichere Handläufe anbringen, damit stets ein sicherer Halt auf der Treppe gewährleistet ist.

Diese Erkenntnis hat die US-amerikanischen Mediziner dazu veranlasst, die zirka zwölf Millionen Einwanderer, die zwischen 1892 und 1909 in Ellis Island die neue Welt betraten, gleich am Anfang eine steile Treppe emporsteigen zu lassen. So ließen sich schnell viele Immigranten herausfiltern, die im gelobten Land unerwünscht waren.

2005 starben in Deutschland über tausend Menschen bei Treppenstürzen, so das statistische Bundesamt. Davon betroffen waren 588 Männer und 483 Frauen. Das Gros dieser Unfälle, nämlich 781, fand zu Hause statt. Insgesamt starben im vergangenen Jahr 8548 Menschen durch Stürze verschiedenster Art. Bei den statistisch bekannten Unfallursachen sind die Treppenstürze der absolute Spitzenreiter. Besonders betroffen sind Menschen jenseits des 60. Geburtstages, sie sind wegen der üblichen altersbedingten Einschränkungen besonders gefährdet. Über 80 Prozent aller Unfallopfer an Treppen fallen in diese Altersgruppe. Bei ihnen sei auch die Verletzungsgefahr besonders hoch. Wenn ein älterer Mensch stürzt, hat das ernste Folgen: Knochenbrüche und andere schmerzhafte Verletzungen, aber auch Ängste, die zum Rückzug aus dem öffentlichen Leben und so zur sozialen Isolation führen können. Besonders ernst wird es bei Frakturen. Für etwa 20 Prozent ist das nach Auskunft des Bayerischen Sozialministeriums die Eintrittkarte in die Pflegebedürftigkeit. Etwa die Hälfte der Patienten erlangt die alte Beweglichkeit nicht wieder.

Die Zahlen zeigen, wie wichtig Sicherheitsmaßnahmen an Treppen im eigenen Heim sind, Als geeignete Maßnahmen empfehlen Experten für eine ausreichende Beleuchtung, rutschsichere Beläge und durchgehende, griffsichere Handläufe auf beiden Seiten der Treppe zu sorgen.

Auch im Arbeitsleben stellt die Treppe eine erhebliche Unfallursache dar. Die Unfallstatistiken der Berufsgenossenschaften weisen jährlich ca. 60.000 meldepflichtige Unfälle auf oder an Treppen aus. Bei ca. 2.000 Unfällen waren bleibende Körperschäden die Folge. Die Berufsgenossenschaften haben deswegen die Aktion „Sicherer Auftritt“ ins Leben gerufen, um diese Gefahrenquelle im Berufsalltag zu minimieren.

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Um den Menschen mit derartigen medizinischen Problemen das Treppensteigen auch im häuslichen privaten Bereich zu erleichtern, werden von der Industrie Treppenhandläufe, griffsichere Wandhandläufe, aber auch manigfaltige Treppenlifte, Treppenfahrstühle und ähnliches angeboten. Diese Einrichtungen, technisch als Treppenschrägaufzug bezeichnet, sind Transporteinrichtungen, die eine Person oder andere Lasten über die Treppe hinweg transportieren können.

Datei:Scala1.jpg

Für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, gibt es auch elektrische Rollstühle, die eine gerade Treppe befahren können. Derartige Rollstühle gibt es auch ohne Elektroantrieb, sie sind jedoch nicht dazu geeignet, dass der Behinderte damit selbst eine Treppe befahren kann.

Da sehbehinderte und blinde Menschen insbesondere beim Treppensteigen Probleme haben, sollen vor allem bei öffentlich zugänglichen Treppen der Anfang und das Ende der Treppe durch Änderung der Oberflächenstruktur des Bodenbelages kenntlich gemacht werden. Bei mehrgeschossigen Gebäuden sollte am Handlauf jedes Geschoss in Blindenschrift gekennzeichnet sein. Öffentlich zugängliche Gebäude müssen auf beiden Seiten der Treppe griffsichere Handläufe erhalten, welche über Podeste durchgehend ausgeführt, und über die erste und letzte Stufe zu führen sind. Hier gibt es seitens der Industrie bereits DIN geprüfte Handlauf-Systeme, welche durch die Flexibilität einfach und sicher zu montieren sind.

Um Menschen eine uneingeschränkte Nutzung von Gegenständen, Gebrauchsgütern und Objekten zu ermöglichen, muss der barrierefreie Zugang zu diesen über denselben Zugangsweg möglich sein. Das bedeutet, dass der Haupteingang eines Gebäudes (z.B. Rathaus) nicht nur über eine Treppe sondern auch über eine Rampe möglich sein muss, damit auch Mütter mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer über denselben Eingang hineingelangen können.

Zur Ausbildung von Blindenführhunden gehört es auch dem Blinden bzw. sehbehinderten Menschen beim Begehen einer Treppe behilflich zu sein.

Viele Hunde, die mit einem Epileptiker zusammenleben, können einen epileptischen Anfall voraussagen und verhindern dadurch beispielsweise auch schwere Treppenstürze. Diese "Epilepsiehunde" werden nicht darauf trainiert.

Treppe in Freizeit, Sport und Spiel Bearbeiten

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Die Treppe ist ein idealer Platz, um im Spiel die Grob- und Feinmotorik zu üben. So ist es nicht verwunderlich, dass die Treppe auch als „Spielplatz“ zum Einsatz kommt. Insbesonders bei den neuen Freizeitsportarten wie Skateboarden wird die Treppe als wichtiger Bestandteil eingesetzt. Beim Skateboarden zählt eine Treppe zum Beispiel als ein Obstacle (von engl. Hindernis) oder als ein Gap (Skating), das beim Streetskaten zu überwinden ist.

Bei dem Spielzeug Slinky, das aus einer Feder besteht, die eine Treppe hinuntersteigen kann, kommt der Betrachter leicht ins Zweifeln, ob es sich dabei nicht um ein Lebewesen handelt.

Eine Rätseltreppe zu erklimmen und am Ziel Rätselmeister zu werden, ist Inhalt des Deduktionsspieles Barbarossa und die Rätselmeister, das 1988 den Preis für das Spiel des Jahres erhielt.

Beim Urban Freeride, einer extremen Radsportart ähnlich dem Mountainbiking, jedoch in der Stadt, zählen Mauern und Treppen nur als kleine Hindernisse.

Treppen in der Kunst Bearbeiten

Datei:Endlose Treppe KPMG Muenchen.JPG

Häufig wird die Treppe auch in allen bereichen der Kunst thematisiert, sowohl in den bildenden Künsten Malerei und Bildhauerei, in den darstellenden Künsten Theater und Pantomime, Film, Fernsehen und auch Radio als auch in der Literatur.


Treppen in der Malerei Bearbeiten

In der Malerei können Treppen und Treppenszenen gezeigt werden und Szenen, die in der Realität so nicht darstellbar sind. Die Treppe kann dabei dazu dienen einen zeitlichen Ablauf darzustellen, dabei befinden sich die Personen und Gegenstände auf der Treppe in verschiedenen Zeiten oder an verschiedenen Orten. Es kann auch ein zeitlicher Ablauf auf der Treppe erfolgen.

Datei:Impossible staircase.svg

Der niederländische Künstler und Grafiker M.C. Escher hat die Treppe immer wieder als Thema seiner Werke. Auf vielen seiner gezeichneten Treppen kommt man nie ans Ende. Es können sich sogar nach oben und nach unten Steigende ständig begegnen. Die Steigenden entfernen sich voneinander und kommen gleichzeitig aufeinander zu.

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Eine bekannte Kippfigur ist die Schröder-Treppe. Das Bild zeigt eine Treppe die sowohl von oben als auch von unten kopfüber begangen wird. Sieht man zuerst ein Mädchen, das auf der Treppe einem Ball hinterherläuft, so sieht man bei Drehung des Bildes um 180° einen Mann der die Treppe hinaufläuft.

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Der italienische Kupferstecher, Archäologe, Architekt und Architekturtheoretiker Giovanni Battista Piranesi machte die Treppe in seinen Werken immer wieder zum Thema. Sie beeinflussten nicht nur die Gefängnisarchitektur des 18. Jahrhunderts, sondern auch die Filmarchitektur und Bühnenbilder bis ins 20. Jahrhundert.

Datei:Rembrandt Harmensz. van Rijn 038.jpg

In einem Bild Rembrandts führt eine gewendelte Treppe schwungvoll ins Unbekannte. Sie symbolisiert die verschlungenen Gedankengänge des dargestellten Gelehrten.

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Das impressionistische Ölgemälde Treppe in Algier hat der französische Maler Pierre-Auguste Renoir gemalt.

Der französische Maler und Objektkünstler Marcel Duchamp erschuf 1912, unter dem Einfluss des Kubismus und angeregt von Eadweard Muybridges Bildfolge "Woman walking downstairs", das Gemälde "Akt, eine Treppe hinabsteigend". Dieses Gemälde befindet sich im Besitz des Philadelphia Museum of Art.

Weitere Werke aus dem Bereich Malerei sind:


Treppen in der Fotokunst Bearbeiten

Datei:Muybridge ascending stairs.jpg
Datei:Muybridge-1.jpg

Bei den Fotokünstlern ist der britische Fotograf und Pionier der Fototechnik Eadweard Muybridge zu erwähnen. Bekannt ist seine Reihenfotografie einer nackten Frau beim Herabsteigen einer Treppe.

Helga von Brauchitsch ist eine deutsche Fotografin, verheiratet mit dem Fotografen Victor von Brauchitsch. Ihre Publikation (zusammen mit Victor von Brauchitsch) Treppen. Distanz und Verbindung erschienen im Verlag Artcolor, ISBN 3897431556, zeigt Treppen aus ganz Europa in eindrucksvoller Schwarzweißfotografie.

Treppen in der Bildhauerei Bearbeiten

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Die Endlose Treppe ist ein Kunstwerk vor dem Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen am Rhein von dem Schweizer Architekt, Künstler und Designer Max Bill zu Ehren des deutschen Philosophen Ernst Bloch. Nach Angaben des Künstlers stellen die 19 gewundenen Granitstufen, die sich fast zehn Meter in die Höhe recken, das philosophische Prinzip "Hoffnung des Geehrten" dar.

Auf dem Wandmosaik "Die Frankfurter Treppe / XX. Jahrhundert" von Stephan Huber im Hauptfoyer des Maintower in Frankfurt am Main sind 56 Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts auf einer Treppe versammelt dargestellt. Diese Personen sind in besonderem Maße mit Frankfurt verbunden oder waren in Frankfurt tätig.

Eine aufseheneregende Art eine Treppe in die Kunst einzubeziehen, fand der US-amerikanische Performancekünstler und Musiker Monte Cazazza. Als er 1971 seinen ersten Tag als Schüler des "College of Arts and Crafts" in Oakland hatte, übergoss er die Treppen des Collegs mit Beton. Damit trat er zum ersten mal als Künstler in Erscheinung.

Auf der Halde Schwerin laufen von vier Seiten Treppen aus Grubenhölzern, Eisenbahnschwellen, Stahlbrammen und Eisenbahnschienen auf eine riesige Sonnenuhr zu. Die Materialien stellen Natur-, Menschheits- und industrielle Geschichte des Reviers dar.


Treppe in Theater, Film, Fernsehen und Radio Bearbeiten

Der Film "Halbe Treppe" des deutschen Regisseurs Andreas Dresen erhielt eine große Anzahl an Preisen und Auszeichnungen. Unter anderem den Großen Preis der Jury bei der Berlinale 2002.

Zum Standardreportoire des Pantomimen Marcel Marceau gehörte die pantomimische Darstellung "Die Treppe".

Der US-amerikanische Schauspieler Keir Dullea drehte 1974 den Film "Jessy - Die Treppe in den Tod".

Von Otto Steiger stammt das 1969 geschriebene Theaterstück "Auf der Treppe".

In der skurrilen TV Comedyfamilie "The Munsters" lebt der Drache Spot unter der Treppe. Jedesmal wenn jemand die Treppe (der Eingang zu seiner Hundehütte) anhebt, spuckt Spot Feuer.

In dem vom Hamburger Ohnsorg Theater aufgeführtem Stück "Tratsch op de Trepp" spielte die deutsche Volksschauspielerin Heidi Mahler mit.

Alan J. Pakula produzierte den Film "Gegen den Strom die Treppe hinauf".

Die US-amerikanische Schauspielerin Dorothy McGuire war gleich in zwei Filmen zu sehen, bei der die Treppe schon im Titel erscheint. Das waren 1946 "Die Wendeltreppe" (The Spiral Staircase) - Regie: Robert Siodmak (mit George Brent und Ethel Barrymore) und 1960 "Das Dunkle am Ende der Treppe" (The Dark at the Top of the Stairs) - Regie: Delbert Mann (mit Robert Preston).

Hilde Körber, österreichische Schauspielerin war 1950 in dem Film "Die Treppe" zu sehen.

1969 drehte der US-amerikanische Regisseur und Choreograf Stanley Donen den Film "Unter der Treppe"

In dem französischer Spielfilm "Delicatessen" von Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro stürzt ein Briefträger, der die Tochter des Fleischers begehrt, "rein zufällig" auf dem Weg zu ihr immer die Treppe hinunter.

Auch die Tatort-Reihe kommt nicht ohne Treppe aus. Tatort Nr. 138 mit Schimanski war "Das Mädchen auf der Treppe".

Das Hörspiel "Isabel auf der Treppe" von Waltraut Lewin, unter der Regie von Horst Liepach, erhielt 1981 beim DDR-Kinderhörspielpreis den 3. Platz.

Der deutsche Theater- und Filmregisseur Leopold Jessner wurde unter anderem als Schöpfer der "Jessnerschen Treppe", einer selbständigen Stufenbühne bekannt.

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Eine Grundanforderung an jeden Stuntmen und jede Stuntwomen ist der Stunt Sturz auf einer Treppe. Er gehört zu den wohl häufigsten Szenen von Action- und Kriminalfilmen, bei denen der Schauspieler oder die Schauspielerin durch ein Double ersetzt werden. Auch die Fahrt über eine Treppe mit einenem Fahrrad, einem Motorrad oder einem Auto gehört zum Standard vieler Verfolgungsjagden in Actionfilmen.

Die Treppe ist Schauplatz in vielen Filmen, dabei wurde die Spanische Treppe in Rom oft als Kulisse verwendet. In den Zwanziger und Fünfziger Jahren wurde die Revuetreppe als wichtigstes Ausstattungsteil vieler Filme und Bühnenshows eingeführt. Auch heute noch ist sie in vielen Fernsehshows beliebt. Der Commedy Star Stefan Raab nutzt in der Pro7 Comedy Show TV total die Treppe auf eine schon bei Schülern beliebten Art des Geländerrutschens.

Große Treppen werden oftmals auch als Bühne für Freilichtspiele verwendet, so finden die zweitältesten Freilichtspiele Deutschlands in Schwäbisch Hall auf der Treppe von St. Michael statt.

Der deutsche Kabarettist Sebastian Böhm war der Initiator der modernen sog. Treppen-Freiluftspiele.

Treppe in der Literatur Bearbeiten

Treppenwitz ist die Bezeichnung für einen Witz, Einfall, Gedanken oder ein Argument, das einem einen Moment zu spät eingefallen ist und in der Gesprächsrunde nicht mehr angebracht ist. Treppenwitz wird heute für die Ironie des Schicksals, für einen albernen Witz oder für unangemessenes, lächerliches Verhalten verwendet.

Klimax (griech. Treppe, Leiter) ist eine rhetorische Form der stufenweisen Steigerung von Ausdrücken mit deren Hilfe die Aussagekraft eines Textes erheblich verstärkt wird.

In der Einführung wurde bereits auf die Treppe zwischen Capri und Anacapri hingewiesen, die bei Axel Munthe in seiner Autobiographie: Das Buch von San Michele eine große Rolle spielt.

Der Apotheker und deutsche Schriftsteller Henri Theodore Fontane, Vertreter des poetischen Realismus, verfasste 1885 das Gedicht "Auf der Treppe von Sanssouci". Von dem deutschen Schriftsteller Albrecht Schaeffer stammt der Roman "Elli oder die sieben Treppen".

Der deutsche Schriftsteller, Epiker, Lyriker, Erzähler, und Kunstkritiker Theodor Däubler verfasste 1920 "Die Treppe zum Nordlicht. Eine Symphonie II".

Ein Werk des griechischen Schriftstellers Giannis Ritsos von 1970 war "Korridor und Treppe".

Von dem deutschen Schriftsteller und Dichter Friedrich Schnack stammt das Naturbuch "Auf der Treppe der Zeit. Das Jahr mit Estrella".

Die US-amerikanische Schriftstellerin Martha Grimes, Meisterin des klassischen Kriminalromans, verfasste 1999 in der Reihe Inspektor-Jury den Kriminalroman "Die Treppe zum Meer", Verlag Goldmann, ISBN 3-442-30815-1.

"Die Ritter der runden Treppe" ist ein Roman von Einar Már Guðmundsson, einem isländischen Schriftsteller. Verlag btb, ISBN 3-442-72495-3.

Der Kinderkrimi "Das Geheimnis am Ende der Treppe" wurde von dem österreichischen Fernsehmoderator und Kinder-und Jugendbuchautor Thomas Brezina verfasst. Verlag Ravensburger, ISBN 3-473-54241-5.

Der dreimal unter anderem auch von Alfred Hitchcock verfilmte Roman Die neununddreißig Stufen ist das bekannteste Werk des britischen Schriftstellers, Journalisten, Publizisten und Politikers John Buchan, 1. Baron Tweedsmuir. ISBN 3-257-20210-5.

Die britische Bestseller-Autorin Ruth Barbara Rendell, Baroness Rendell of Babergh, auch unter dem Pseudonym Barbara Vine bekannt, schrieb den Roman "Das Haus der Stufen". Verlag Diogenes, ISBN 3-257-22582-2.

Der schweizer Pfarrer und Schriftsteller Paul Haller schuf unter anderem das Werk Unter der Treppe.

Abenteuer auf der Treppe ist ein Werk des russischen Schriftstellers und Dramatikers Jewgeni Lwowitsch Schwarz.

Der Satz: "Die Katze tritt die Treppe krumm." gilt als Zungenbrecher.

Weitere literarische Werke über, um und mit der Treppe:


Treppe im Rechtswesen Bearbeiten

Im Codex Hammurapi, dem Gesetzbuch des König Hammurabi von Babylon, einer der ältesten Gesetzessammlungen der Welt, war festgelegt, dass die Treppen aus Holz in einem Mietvertrag ausdrücklich erwähnt wurden, weil Holz ein seltener und damit wertvoller Baustoff war. War die Treppe Eigentum des Vermieters, so musste dafür zusätzliche Miete gezahlt werden. Wenn die Treppe Eigentum des Mieters war, so wurde sie bei einem Wohnungswechsel mitgenommen. War die Treppe nicht im Mietvertrag erwähnt, so führte dies oft zu Rechtsstreitigkeiten.

Das heutige deutsche Bauordnungsrecht unterscheidet notwendige Treppen, die zwingend vorhanden sein müssen und an die Auflagen geknüpft sind, sowie ggf. zusätzlich vorhandene nichtnotwendige Treppen, an die weniger strenge Auflagen geknüpft sind.

Im Wohnungseigentumsrecht gilt die Treppe als Gemeinschaftseigentum, weil sie für den Bestand und die Sicherheit des Gebäudes erforderlich ist, sofern sie sich nicht innerhalb einer Wohnung befindet sondern zur Erschließung der Wohnung notwendig ist. Somit wird die Erschließungstreppe von allen Wohnungseigentümern gemeinsam verwaltet und in Stand gehalten.

Unglücksfälle und Morde auf der Treppe Bearbeiten

Der Entfesselungskünstler Harry Houdini bemerkte zu dem glücklich verlaufenen Treppensturz des kleinen Keaton "That's quite a buster the baby took" (Das war ein ganz schöner Sturz, den das Baby da hingelegt hat). Dies veranlasste die Keatons ihrem Baby den Namen Buster zu geben, der in seinem späteren Leben als Stummfilmstar Buster Keaton mit seiner ernsten Tollpatschigkeit große Erfolge feierte.

Markgräfin Agnes von Baden, Herzogin von Schleswig, Gräfin von Holstein, geborene badische Markgräfin, stürzte nach ihrer Heirat im Jahr 1433 mit dem Herzog Gerhard VII auf einer Treppe. Infolgedessen erlitt sie eine Frühgeburt und gebar gesunde Zwillinge. Dadurch war jedoch klar, dass es sich um nichtehelich gezeugte Kinder handeln musste und in der Folge ergaben sich wegen der Erbfolgestreitigkeiten Unruhen.

Markgraf Eduard Fortunat von Baden war von 1588 bis 1600 Regent der Markgrafschaft Baden-Baden. Nachdem er im Jahre 1600 aus seinem Kriegsdienst in den Niederlanden und in Polen gegen die Schweden zurückkehrte, brach er sich betrunken den Hals beim Sturz von einer Treppe.

Der französische Anatom und Physiologe Marie François Xavier Bichat, Begründer der Histologie, brach infolge einer fortgeschrittenen Lungentuberkulose in seinen Arbeitsräumen zusammen, stürzte unglücklich eine Treppe hinab und starb 1802 an den Folgen des Sturzes. Im Jahre 1851 bestieg die englische Touristin Idilia Dubbs den verfallenen Bergfried der Burg Lahneck. Nachdem sie oben angekommen war, stürzte die Treppe hinter ihr zusammen. Ihre Hilferufe verhallten in der Einsamkeit und sie verhungerte auf dem Turm.

Im Winter 1940 stürzte der deutsche Zitherspieler und Komponist Georg Freundorfer auf einer vereisten Treppe. Er erlag wenig später seinen schweren Verletzungen.

Fritz Wunderlich, deutscher Sänger (lyrischer Tenor), zog sich eine schwere Kopfverletzung im Jagdhaus von Freunden zu. Er verstarb bald darauf in einer Heidelberger Klinik auf dem Höhepunkt seiner Karriere.

Mehr Glück hatte eine andere berühmte Persönlichkeit. "Fidel Castro gestürzt!" war in den kubanischen Zeitungen die Schlagzeile, die sich als sehr doppeldeutig herausstellte. Castro erlitt "nur" mehrere Knochenbrüche, nachdem er bei einem öffentlichen Auftritt auf einer Treppe gestürzt war.

Gianni Versace wurde am 15. Juli 1997 auf den Treppen vor seiner Villa in Miami ermordet.

Der zuletzt in Deutschland lebende afghanische Sänger Nasrat Parsa starb in der Nähe seines Hotels, weil er von drei Männern überfallen wurde und infolgedessen auf einer Treppe unglücklich stürzte.

Nach einem Sturz von einer Treppe, bei dem er sich einen Arm brach, konnte der französische Gitarrist Napoléon Coste nicht mehr Gitarre spielen und schrieb ab da Stücke für Oboe und Violine.

Eine besonders grausames Kapitel der Geschichte wird mit der Treppe zum Steinbruch Wiener Graben verbunden. Steinträgerkommandos mussten mehrmals täglich Granitblöcke über die insgesamt 186 Stufen der Steintreppe 31 Meter nach oben schleppen. Es war die Todesstiege des KZ Mauthausen, welches unterhalb der Treppe lag. Kapos und die SS-Wachmannschaften verübten auf ihr zahlreiche "Unfälle" und Morde an Häftlingen.

Kuriosa Bearbeiten

Das Geländer einer Treppe, also Stiegengeländer bzw. Treppengeländer, wurde in Süddeutschland und Österreich sogar in die Bezeichnung von kleinen Hunden übernommen als sog. Stiegengeländer-Mischung bzw. Zamperl.

Fachliteratur zum Thema Treppe Bearbeiten

  • Fritz Kress: Der Treppen- und Geländerbauer. Otto Maier, Ravensburg 1929 (Digitalisat)
  • Fritz Engelmann: Treppen in Holz, Bruderverlag, ISBN 3-871-04082-7, 1991, 3. Aufl.
  • Wolfgang Diehl: Neue Wege im Treppenbau. Holz - Stahl – Glas, Bruderverlag, ISBN 3-871-04095-9, 1995
  • Wolfgang Diehl Scala: Moderner Treppenbau, Bruderverlag, ISBN 3-87104-120-3, 2002
  • Hans-Walter Goldelius: Balkon- und Treppengeländer. Richtig planen, konstruieren und montieren, Verlag Coleman, ISBN 3-87128-054-2, 2001
  • Werner Klevenz: Einfache Treppenkonstruktionen aus Metall, Verlag Coleman
  • Thomas Drexel: Neue Treppen, Verlag Callwey, ISBN 3-7667-1387-6, 2000
  • Eva Jiricna: Moderne Treppen, Deutsche Verlags-Anstalt, ISBN 3-421-03262-9, 2001
  • Willibald Mannes: Die Treppe, Deutsche Verlags-Anstalt, ISBN 3-421-03061-8, 1-2002
  • Christine-Ruth Hansmann: Treppen in der Architektur. Gestaltung, Entwicklung, Technik und Ausführung, Deutsche Verlags-Anstalt, ISBN 3-421-03051-0, 1996, 2. Aufl.
  • Willibald Mannes: Schöne Treppen, Deutsche Verlags-Anstalt, ISBN 3-421-03015-4, 1999
  • Willibald Mannes: Der handwerkliche Holztreppenbau, Deutsche Verlags-Anstalt, ISBN 3-421-03028-6, 1992
  • Willibald Mannes: Technik des Treppenbaus, Deutsche Verlags-Anstalt, ISBN 3-421-02543-6, 1983
  • Willibald Mannes: Treppen-Skizzen, Deutsche Verlags-Anstalt, ISBN 3-421-02981-4, 1990
  • Willibald Mannes: Treppen und Geländer, Verlagsgesellschaft Rudolf Müller, ISBN 3-481-02125-9, 2004
  • Bund Deutscher Zimmermeister und BHKH: Handwerkliche Holztreppen (Regelwerk Treppenbau), Copyright BDZ,BHKH, ISBN 3-930714-42-6
  • Ursula Baus, Klaus Siegele: Holztreppen, Deutsche Verlags-Anstalt, ISBN 3-421-03291-2, 2001
  • Ursula Baus, Klaus Siegele: Stahltreppen, Deutsche Verlags-Anstalt, ISBN 3-421-03170-3, 1998
  • Walter Ehrmann, Wolfgang Nutsch: Der Holztreppenbau, Verlag Europa-Lehrmittel, ISBN 3-8085-4104-0, 2004, 4. Aufl.
  • Tieleman van der Horst: Treppen-Bau-Kunst (1793), Reprint der Ausgabe von 1763, Herder Verlag, Freiburg, ISBN 3-451-05339-X, 2003
  • Karl Hartisch: Treppen in Stahl, Beton und Holz, Krämer Verlag, Stuttgart, ISBN 3-782-81125-9, 1993
  • Ludwig Rödler: Der Holztreppenbau, Reprint Verlag:, Leipzig, ISBN 3-826-21813-2, 4-2003
  • Friedrich Mielke: Handbuch der Treppenkunde Verlag: Th. Schäfer, Hannover, ISBN 3-887-46312-9, 1993
  • Norbert Stannek: Die Treppen des Bergischen Landes - Gestaltung und Technik, Ing.-Diss., RWTH Aachen, 1990
  • Hugo Fischer,Barbara Weißgerber: Sicheres Begehen von Treppen - ergonomische, psychologische und technische Aspekte, Wirtschaftsverlag NW Bremerhaven, ISBN 3-89701-724-5, 2001
  • Detail 5/2004. Treppen und Aufzüge, 2004 (Zeitschriftenheft)

Stichwortliste Bearbeiten

Die Stichworte führen nur innerhalb dieser Seite zum entsprechenden Abschnitt in dem das Stichwort erklärt wird.

  • A

Acrylglastreppe Antrittsstufe Asymmetrische Stufe aufgesattelten Treppe Auftritt Aufzugsanlage Außentreppe Austrittsstufe

  • B

Bahnsteigtreppe Balkentreppe Baukastentreppe Bautreppe Belagtreppe Bequemlichkeitsregel Berliner Treppe Besteckmaß Betontreppe Betonwerksteintreppe Bischofsmütze Blockstufe Blocktreppe Bodentreppe Bolzentreppe Bootsmannstuhl breiteste Treppe

  • D

Dachbodentreppe Dachtreppe Differenztreppe doppelläufige Wendeltreppe doppelspiralenförmige Treppe dreiläufige Treppe

  • E

Ecktritt Edelholztreppe Edelstahltreppe Einbaumleiter Eingangstreppe eingekerbter Baumstamm eingeschobene Treppe eingespannte Treppenstufe eingestemmte Treppe Einholmtreppe einläufige Treppe Einschubtreppe endlose Treppe Eselstreppe E-Treppe

  • F

Falltreppe Falttreppe Faltwerktreppe Fertigteiltreppe feuerbeständige Treppe feuerhemmende Treppe Feuertreppe Fischtreppe Fliesentreppe Fluchttreppe freitragende Treppe Freitreppe Freiwange Fundamentabtreppung Futterbrett Futterstufe

  • G

Gartentreppe Geheimtreppe Gehsicherheit Geländeranfänger gemauerte Treppe gerade Treppe Gerüsttreppe Geschosstreppe Gitterrosttreppen Glastreppe goldene Treppe Gurtgeländer Gusseisentreppe

  • H

halbgewendelte Treppe Halbpodest Handlauf Handlaufseil Handlauf-System Harfentreppe Himmelsleiter Himmelstreppe Hintertreppe höchste Treppe Höhendifferenz Hohlspindel Holztreppe

  • I

Industrietreppe Innentreppe innere Wange

  • K

Kaminkehrertreppe Kanzeltreppe Kaskade Kegeltreppe Keilstufen Kellertreppe Kinderwagenrampe Klapptreppe Klotzstufe Königstreppe Kragstufe Kragstufentreppe Kreisbogentreppe Kröpfling Krümmling

  • L

längste Treppe Lauflinie Laufplattentreppe Leipziger Treppe Leiter Leitertreppe lichte Durchgangshöhe L-Stufe

  • M

Massivtreppe Mittelholmtreppe Mittellinie Monumentaltreppe Münchner Treppe

  • N

Natursteintreppen Naturwerksteintreppe Nebentreppe Neigungswinkel Niedergang Nottreppe notwendige Treppe nutzbare Teppenlaufbreite

  • P

Plattenstufe Plexiglastreppe Podest Podestlänge Pyramidentreppe

  • R

Raumspartreppe Repräsentationstreppe Rohbautreppe Rolltreppe Ruck Zuck Treppe

  • S

Sägezahntreppe Sambatreppe Sandsteintreppe Scalalogie Schachttreppe Scherentreppe Schlosstreppe Schrittlänge Schrittmaß Schrittmaßregel Schwimmbadtreppe Seilhandlauf Setzstufe Showtreppen Sicherheitsregel Sicherheitstreppe Sockelleiste Spartreppe Spickeltritt Spindeltreppe Spitzstufe

  • St

Staffel Stahlbetontreppe Stahltreppe Startreppe Steigebaum Steigung Steigungsregel Steigungsverhältnis Steiltreppe Stiege Stiegenhaus Stoßstufe S-Treppe Strickleiter Stufe Stufenansatz Stufendorn Stufengefälle Stufengleitschutzprofil Stufenneigung Stufenpyramide Stufenvorderkante Stufenwange

  • T

Tragbolzentreppe Tragwerkstreppe Treppe Treppe mit Fahrradrampe Treppenabsatz Treppenarm Treppenauge Treppenbau Treppenbauwerk Treppenbelag Treppenfahrstuhl Treppengeländer Treppengeometrie Treppengiebel Treppenhaus Treppenhausbeleuchtung Treppenhausfenster Treppenholme Treppenlauf Treppenlaufbreite Treppenläuferstange Treppenlauflänge Treppenlift Treppenloch Treppenrampe Treppenraum Treppenschrägaufzug Treppenschrank Treppensockel Treppenspiegel Treppenspindel Treppenstraße Treppenteppichläufer Treppenturm Treppenwand Treppenwange Treppenwechsel Treppenwitz Tritt Trogstufe Trogtritt T-Treppe

  • U

überdachte Außentreppe überdachte Aussentreppe unendliche Treppe Unterschneidung Untertritt U-Treppe

  • V

Verzogene Stufe viertelgewendelte Treppe Viertelpodest

  • W

Wandhandlauf Wandwange Wange Watscheltreppe Weinbergstreppe Wendelstufe Wendeltreppe Wiener Treppe Winkelstufe Winkeltreppe Wohnhaustreppe

  • Y

Y-Treppe

  • Z

Z-Stufe Zweiholmtreppe zweiläufige Treppe Zwischenhandlauf Zwischenpodest

Siehe auch Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „Treppe“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 30.4.2007 (Permanentlink) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.